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Die Krankheiten der Künstler und Handwerker und die Mittel sich vor denselben zu schützen : ein belehrendes und unterhaltendes Handbuch für Sanitäts- und Polizeybeamte, praktische Aerzte, Fabrikbesitzer, Professionisten und Gebildete aus allen Ständen / nach dem Italienischen des Bernh. Ramazzini ; neubearbeitet von Ph. Patissier ; aus dem Französischen übersetzt, mit Vorrede und Zusätzen von Dr. Julius Heinrich Gottlieb Schlegel
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222 Krankheiten der Stärkemacher.

Mehl ist erforderlich, dafs sic im Sommer dasGetreide in Gcfafse thun und es im Wasser auf-weichen lassen, bis es in Gährung gerätli. Dann kel-tern sie es, wie Weintrauben. Obgleich dies inf'reyer Lul’t. vorgenommen wird, so ist doch derGeruch, der sieh aus der schäumenden Masse er-hebt, so stark und so scharf, dafs so wohl der,welcher durch Treten mit den Füfsen das Kelternbesorgt, als die andern Arbeiter, die sie sammelnum den Saft aufzufangen, der sodann an der Sonnegetrocknet wird, über heilige Kopfschmerzen,schweren Athem und Husten klagen, welcher letz-tere oft so heftiig wird, dafs sie von Zeit zu Zeit,die Arbeit verlassen müssen, um nicht zu er-sticken. Ich habe diese Beobachtung selbst ge-macht und diesen Geruch eingesaugl, der fast un-ausstehlich ist und die Wirkung, nie die durch-dringendste Säure, auf die Geruehsnerven macht.]Dieser unangenehme Geruch rührt ohne Zweifelvon dem sauren Wasser her, dessen sich die Stärko-macher bedienen, und welches aus Sauerteig be-reitet wird. Cadel-Gassicourt sagt, diese Ar-beiter seyen in der Regel schmutzig, schwelge-risch und sehr geneigt zu adynamischcn und ata-xischen- Fiebern. —

Das Pulvcrisiren des Stärkemehls erzeugt die-selben Zufälle, wie die, welche bey den BäckernVorkommen. —

[Ich ratho allen Stärkefabrikanten, an geräumi-gen luftigen Orten zu arbeiten. Bey vorkommen-den Krankheiten, die als Folge ihrer Beschäfti-gung zu betrachten sind, gebe ich ihnen Oehl vonsüfsen Mandeln, Emulsionen von Melonensamen,Gerstenwasser u. s. w.]

Man hat diesen Arbeitern gerathen, sich andem Halse eine Art Trichter von Pappe oder vonPapier zu befestigen, dessen weitestes Ende gegenden Kopf gekehrt wird, um den Andrang des Dun-stes zu brechen; allein dieses Mittel ist eben so un-zureichend, als beschwerlich. Tourt eil e schlägtin seinen Eiemens d’Hygiene vor, von Zeit zu Zeitin den Werkstätten der Stärkemacher flüchtiges