Krankheiten der 1"ab acksfabrikant.cn. 227
kleine Tochter eines Tabackshändlers schlief in ei-ner Stube, wo eine bedeutende Quantität Tabackgerieben worden war; plötzlich erkrankte dasKind und starb unter den heftigsten ConvidsionemEin anderes Beyspiel beweist, gleichfalls, wie sehrman vor dem Dunste des Tabacks sich in acht neh-men mufs. An dem Krankenbette eines jungenMenschen, der die Blattern hatte, rieb seine Wärte-rin Taback; der Geruch davon wirkte so nachtheiligauf den Kranken, dafs die Blattern Zurückschlagen,und er ein Opfer des Todes würde geworden scyn,wenn man nicht noch mit Mühe den Ausschlag wie-der herausgetricben hätte. —
[Man denke ja nicht, dafs ich die gepriesenePflanze heruntersetzen will, deren Ruhm in ganzEuropa wiedertönt, die Tausenden von Menschenfast die gröfste Annehmlilhkeit des Lebens zu seynscheint und übrigens einen bedeutenden Handelsarti-kel mehrerer Länder ausmacht*). Erleuchtete Aerztehaben die Vorzüge derselben anerkannt Und zäh-len sie mit Recht zu den Heilpflanzen. Nur derunmäfsige und der oft unzeitige Gebrauch diesesKrautes ist es , was gerechten Tadel verdient. DasKauen der Tabacksblätler erregt bekanntlich einestarke Absonderung von Schleim und Speichel.Die Ausleerung von diesen Säften ist nicht allenMenschen gleich heilsam. Der Taback kann rechtgut für dicke vollsaftige Leute, hingegen lür Men-schen von trockenem gailsüchtigem Temperamentsehr schädlich seyn. Ich habe mehrere gekannt,die von allzüvielem Tabackskauen die Schwiudsuchtbekamen; sie freuten sich über den starken Spei-chelabflufs, wodurch sie ihren Körper zu reinigenund ihre Gesundheit recht zu befestigen glaubten.Nur mit Mühe konnte ich sie zu der Ueberzeu-gung bringen, dafs es höchst gefährlich sey, dieSpeicheldrüsen auf diese Art auszusaugen und
*) Das französische Gouvernement bezieht vomTabacIc, alleKauf-, Erndte- und Nutzungskosten ungerechnet, jährlichdreifsig und etliche Millionen Franken. Vordem rendirte derPacht für das Monopol des Tabackhandcis dem französischenStaate dreifsig Millionen netto. —■