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Die Krankheiten der Künstler und Handwerker und die Mittel sich vor denselben zu schützen : ein belehrendes und unterhaltendes Handbuch für Sanitäts- und Polizeybeamte, praktische Aerzte, Fabrikbesitzer, Professionisten und Gebildete aus allen Ständen / nach dem Italienischen des Bernh. Ramazzini ; neubearbeitet von Ph. Patissier ; aus dem Französischen übersetzt, mit Vorrede und Zusätzen von Dr. Julius Heinrich Gottlieb Schlegel
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236 Krankheiten der Hanf- u. Flachs arbeitet-.

niigen, und tun uns gegen die Kälte zu sichern, gal)uns die gütige Natur eine Menge Stoffe. l)iehauptsächlichsten davon, die eigentlichen Grund-stoffe unserer Kleidung, Hanf, Flachs, Wolle undSeide, erzeugen für die Leute, die sich mit derenVerarbeitung abgeben, verschiedene Krankheiten.So z. E. kennt jedermann den verpestenden Geruch,den im Herbst der Hanf tuid flachs verursacht,wenn er in stehendem Wasser geröstet wird; einGestank, den man schon in einer bedeutendenEntfernung riecht. Kirker behauptet, diese Aus-dünstungen seyen im Stande, in den nahe gelege-nen Städten Epidemien zu erzeugen.’]' Zimmer-mann versichert, dafs eine ganze Familie ihrenTod dadurch gefunden hat.*} Leute, die in derNähe solcher Teiche wohnen, wo Hanf geröstetwird, bekommen leicht Wcchselficbcr, Cache*ieund Skropfeln. Es scheint, dafs diese Krankhei-ten dien sowohl von dem Miasma herrühren, dasaus dem verdorbenen stehenden Wasser empor-steigt, als v on der Ausdiinstrmg des Hanfes selbst. —[Hie Leute, die den Flachs und den Hanfhecheln, damit, er gesponnen und auf dem We-berstuhl zu Zeuchen verarbeitet werden kann, leidendabey durch ganz besondere Uobcl. Aus demStolle, den sie behandeln, fliegt; fortwährend einscharfer Staub empor, der durch Mund und Nasein die Luftorgane eindringt, einen unaufhörli-chen Husten erzeugt und nach und nach Asth-ma und Schwindsüchten lierbcy führt. Mei-stens sehen diese Arbeiter schwach und elend aus.Da sie die meiste Arbeit im Winter haben, somit;an eingesehlossencn Orten arbeiten müssen, so

*) Der ungenannte Verfasser der eben so unterhaltendenals lehrreichen Reisen in mehrere russische Gou-vernements, Meiningen 1823, erzählt S. 201 nnd 202 deszweylen Bändchens: dafs vierzig Kinder im Augustvon.Wasser tranken, in welchem eben Flachs ge-löst e t w o r d e n w a r. Sie bekamen alle geschwollene Hälse.Nur d r e y Kinder kamen mit dem Lehen davon,die übrigen raffte der Tod hinnen vier bis fünf Tagen, allerärztlichen Hülfe ohngeacluet, dahin. — Auch trächtigeKühe, welche von dergleichen Wasser saufen,leiden sehr daran; sie verwerfen ihre Kälber. S.