264 Krankh. der Pelz - und Baumwollenarb. etc.
'/.n können. Nach kurzer Zeit bekam er einen junaufhörlichen Husten und starke Brustbeklem-mung. Man machte ihm cleshalb Vorstellungen;aber er liefs sich durch nichts bewegen, sein Hand-werk. aufzugeben; es entwickelten sich nach undnach alle Anzeichen der Schwindsuch}; und derMann war verloren. Unter seinem Auswurf hatte ]man immer eine Menge Stückchen von Pllaumfc-dern entdeckt. Bey der Oeffnung der Leiche fandman die Nebenäste der Luftröhre ganz mitPflaumfedern ausgolegt, fast damit voll-gestopft. —
Deckenmacher. Sie arbeiten stehend, undziehen beständig mit dem Athem die feinen Fäser-chen von der Baumwolle, und den Staub von derWolle ein, wenn sie solche mit der Kardendisteldurchkämmen. Diese Leute sehen mager undelend aus und leiden fast immer an der Brust.
Da sie ein ewiger Durst plagt, so trinken sie eineMenge schlechtes Bier, oder in Weinländern kraft-losen Wein; geniefsen eine ärmliche Nahrungund'wenig saftige Speisen; darum ist es kein Wun-der, wenn nur wenige dieser Unglücklichen ihrLeben auf sechzig Jahre bringen. Die Gefahr beyihrer Arbeit wird noch gröfser, wenn sie es mit g e-färbter Wolle zu thun haben. Die daran be-findlichen Farbestoffe wirken meistens nachtheiligauf die Rospirations-Organe. —
Die Wollkämmer- und Flickerinnen sind ebenden Ueboln ausgesetzt, wie die Deckenmaeher. —
Wollen- undBaumw-ollen strick er. Auchihnen drohen in Folge ihrer Beschäftigung gefähr-liche Brustkrankheiten. Die französischen Solda-ten, die in England auf den Pontons (Brücken-Kähnen) in Gefangenschaft waren und sich mitStricken einiges Geld verdienen wollten, bekamenfast alle die Schwindsucht. Husson, der mir die-ses Faktum selbst erzählte, war der Meinung, dafsjenes Uebel eine doppelte Ursache gehabt habe,nämlich die beständige Bewegung der Arme, wo-durch die Brust hin und her gestofsen und fort-während beunruhigt wird, zweytens das Eindrin-