266 Jirankh. der Tuchmacher - u. Tuchscheerer.
letztere Uebcl vergeht, aber leicht Mieder durchWaschen mit adstringirenden Sachen und durchgehörige Reinlichkeit. —
l)ic Leute, welche in den Fabriken zu Men-de, im Departement de la Lozere in Frank-reich, den Kadis (eine All grober wollener Sarsche)verfertigen, leiden, nach der Bemerkung des Pro-fessor Alibert, alle an Skropheln. Die Wollewird daselbst ohne Ocl behandelt und um die Ver-fertigung des Kadis noch zu erleichtern, arbeitendie Leute in niedrigen Gewölben, die zugleich heifsund feucht sind. —
Krankheiten der Tuchmacher und Tuchscheerer.
[Lim das Tuchgewebe zu fertigen, sitzen zweyMenschen am Ende des Werkstuhls, werfen einernach dem andern die Schiefsspule mit dem soge-nannten Einschlag hin und her, wobey sie denWebekamm mit aller Kraft gegen die Brust zureifsen. Ist ein solcher Arbeiter nicht sehr stark,so leidet er gewöhnlich an grofser Ermattung derArme, des Rückens und der Füise. Der Stoff, dendie Tuchmacher unter den Händen haben, bringtihrer Gesundheit wesentlichen Schaden. Die mitübelriechendem ‘ Oel getränkte Wolle verbreiteteinen sehr unangenehmen Gestank in den Werk-stätten, der sich den Arbeitern mitzutheilen scheint,denn sie selbst riechen übel und ihr Odem ist stin-kend. Der feine Staub und die Fäserchen, welchedie Wolle fahren lälsl und die beständig um die Ar-beiter herumfliegen, verursachen ihnen chroni-sche Augenübel und einen schwachen trockenenHusten. —
Die Tuchscheerer nehmen von dem bereitsgefertigten Tuche mittelst grolscr Scheeren dieüberflüssige Wolle hinweg. Diese Arbeit greift be-sonders die Muskeln des Vorderarms sehr an.] Dieheftige Bewegung, m eiche die Streck- und Beuge-muskeln der Hand und der Finger hierbev abu'ech-selnd machen müssen, erzeugen leicht Entzündungderselben.; besonders bey jungen schwachen Perso-