208 Krankheiten der Ifutmacher.
hal mir einen solchen Fall von einem jungen Men-schen von sieben und zwanzig Jahren milgclhcill,den er in der Behandlung hatte. „Die Gesund-heit dieses Menschen, sagt er, schien sich durch-aus mit dem Hulmacherhandwerk, welches er ge-wählt hatte, nicht zu vertragen. Er bekam zudrey verschiedenen Malen Anfälle von der Schwind-sucht. Zweymal wurde seine Gesundheit, durchdas Ausselzen seiner Beschäftigung, den Aufent-halt auf dem Lande und eine ordentliche Milch-kur, wieder hcrgestcllf. Allein die Umständezwangen ihn, seine vorige Profession wieder zutreiben; seine Brust, erkrankte zum drittenmal under liegt nun seit sechs Monaten darnieder, ohne dafses mir gelungen wäre, das Uebel zu heben.“ Ichhabe mehrere Weiber in der Behandlung gehabt,die bey den Hutmachern das Zuschneiden derWollhaare verrichteten; ihre Menstruation warnicht im Gange und sie halten Blutauswurf. Siesind meistens mager, haben eine gelbliche Gesichts-farbe und werden schon mit. vierzig oder fünfzigJahren asthmatisch. Wenn die Haäre, welche siebearbeiten, schon in dem Composilionswasser wa-ren, so ; bekommen diese Arbeiterinnen zuweilendas merkurialische Zittern. —
2) Die Hutmacher pflegen'die Hasen-,Kanin-chen- und Biberhaare auf eine eigne Art zuzube-reiten, um ihnen die Fähigkeit, sich mit der WolleAu Filz zu vereinigen, beyzubringen, oder zu ver-mehren, wenn sie solche Fähigkeit schon besitzen.(Dies geschah sonst hier und da auf verschiedeneArt und wurde von den Hutmachern meislens alsein Gcheimnifs behandelt. In Frankreich nannteman diese Zubereitung daher: le secret: oder: se-creles le poil :) Die ganze Vorrichtung bestehtdarin, dafs die Felle und Haare in ein sogenann-tes Composilionswasser eingeweicht werden; diesesist nämlich eine Zusammensetzung von einer HälfteSalpetersäure, einer Hälfte gemeinem Wasser undeiner Unze Quecksilber auf jedes Pfund Säure.Wenn die Einweichung vorüber ist, so werdendie Haare oLc. in eitlem Trockenofen getrocknet.'