276 Krankheiten der Wäscherinnen.
ins saure Wasser einweiclien *) und nie mitden Händen, sondern mit kleinen Zangen anfassen,um die Ansteckung zu vermeiden. Durch höl-zerne Schuhe und wollene Socken müssen sie sichvor der Feuchtigkeit schützen, während ihrer mo-natlichen Reinigung dürfen sie gar nicht waschen,auf die Risse an den Händen müssen sie warmeUmschläge von Eibischwasser oder lauwarmer Milchmachen, endlich sich sehr in acht nehmen, nicht,an Orten zu schlafen, wo Lauge fliefst oder feuchteWäsche aufgehängt ist. —
Die drastischen Abführungen, welche Ra-mazzini für den Fall empfiehlt, wenn eine Wä-scherin Fieber oder Katarrh bekommt, dürfennur mit grofscr Vorsicht angewandt werden. Ebendies gilt von den Antimonial- und tonischen Arz-neymilteln, welche er vorschlägt. —
Wäscheträger. Auch diese Arbeiter, derenGeschäft es ist, die frischgewaschenen Leinen- undandere Zeuge in Körben zu transportiren, leidensehr von der Feuchtigkeit und allen den Uebeln,die als Folge derselben betrachtet werden müssen.Die Wäsche, welche sie tragen, hängt gewöhnlichzum Theil über die Tragkörbe heraus, eine MengeWasser fliefst daran ab und erhält diese Leutegleichsam in einem beständigen Bade. Sie be-kommen davon katarrhalische und rheumatischeBeschwerden. Ein Mantel von Wachstuch überihre Kleider schützt sie so ziemlich gegen dieseUnannehmlichkeit. —
Büglerinnen. Die Weiber, welche sich mitdem Bügeln der Wäsche abgeben, sind der schäd-lichen Einwirkung des Kohlendampfs undden daher entspringenden Zufällen ausgesetzt. Be-kanntlich machen sie ihre Bügeleisen oder soge-nannten Stähle mit Kohlen glühend. Man hat Bei-spiele, dafs Biigelweiber in fest verschlossenen en-gen Stuben gebügelt haben und auf der Stelle ohn-
*) Dieses Wasser, welches die Franzosen Bau de Javellenennen, besteht ans einer Mischung von oxydirterKochsalzsiiureund einem Alkali, —