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Die Krankheiten der Künstler und Handwerker und die Mittel sich vor denselben zu schützen : ein belehrendes und unterhaltendes Handbuch für Sanitäts- und Polizeybeamte, praktische Aerzte, Fabrikbesitzer, Professionisten und Gebildete aus allen Ständen / nach dem Italienischen des Bernh. Ramazzini ; neubearbeitet von Ph. Patissier ; aus dem Französischen übersetzt, mit Vorrede und Zusätzen von Dr. Julius Heinrich Gottlieb Schlegel
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328 Krankh. d. Feldarb ., Taglöhn. u. Winzer.

eben Krankheiten zur Ader laist, so ist das Blutdunkel lind so dick, dafs es’wie Wachs aussieht;zu Anfang des Sommers hingegen ist es flüssig undrosenfarben. Man schliefst daraus mit Grund, dafsdie Beschaffenheit der Arbeit einen grofsen Ein-flufs auf die Säfte des menschlichen Körpers ha-ben müsse, da sie auf das Blut solche Verände-rungen bewirken kann. Bey den Städtebcwohnemhat man diesen Wechsel des Bluts nicht bemerkt. —

Bey verschiedenen Bauern unserer Gegend, be-sonders bey den Kindern derselben, habe ich et-was ganz Eigenthümliches bemerkt. Die Kindervon etwa zehn Jahren bekommen nemlich, im Mo-nat März,, gegen das Acquinoctium des Frühlings,eine grofse Augenschwäche. Am Tage sehensie fast gar nicht und tappen umher wie Blinde,ohne ihren Weg zu sehen; mit der herannahendenNacht kehrt das Gesicht einigermafsen wieder.Diese Krankheit vergeht wieder ohne ärztlicheHülfe; gegen die Mitte des Aprils sehen sie wiederganz gut. Ich hatte öfters Gelegenheit, die Augendieser Kinder zu untersuchen; ich fand die Pu-pille auffallend erweitert. Es ist das, was dieSchriftsteller Mydriasis nennen. —

Im Sommer, besonders bey großer Hitze inden Hundstagen, stellen sich bey den Landleutenoft hitzige Fieber ein. Eine Krankheit, von dersie im Herbst viel zu'leiden haben, ist-die Ruhr,welche durch den Genufs unreifer Früchte odersonstige verkehrte Lebensart veranlafst wird. — Indieser Jahreszeit pflegen sie dann auch Hanf undFlachs in stehenden Wassern und Pfützen zu rö-sten. Die Weiber, welche die Hanfljündcl aus demWasser ziehen und waschen, müssen dabey oft bisan die Hällle des Leibes ins Wasser waden; dieseArbeit und die daraus folgende unterdrückte Trans-piration, so wie das Einathmen des faulichten Mias-mas von dem stehenden Wasser, erzeugt oft hitzi-ge Krankheiten. Die Städtebewohner habengar nicht Unrecht, wenn sie- zu. dieser Jahrszeitnicht gern aufs Land gehen, da der Hanfgeruch,