Krankheiten der Schneider. 383
gen Kranklieiten müssen diese Arbeiter nach dergewöhnlichen Methode, wie sic einem jeden dersel-ben angemessen ist, behandelt werden; um aberin jedem Falle sichrer zix gehen, darf der Arzt nieunterlassen, nach der Profession seines Patientenzu fragen und darnach seine Kur einzurichten.]Metallische Kolik und Gicht müssen nach der Ver-fahrungsart behandelt werden, wie es in der Cha-rite zu Paris geschieht; wir haben oben bey demArtikel: Häusermaler, davon ausführlicher ge-sprochen. Hie Setzer müssen sich besondersin acht nehmen, die Hrucklettern nicht in denMund zu fassen; vor dem Essen müssen sie sichjedesmal waschen. Um das Entstehen von Ader-kröpfen und Geschwüren an den Beinen zu ver-hindern, müssen sie Schnürstiefeln tragen; ihre Ge-schwüre werden am besten durch zusammenhei-lende Binden kurirt. Hie Drucker müssen sichFrüh und Abends die Arme mit Olivenöl einreiben,nicht zu viel Wein trinken und übermäfsige An-strengung vermeiden. Mäfsigkeit und, an Feyer-tagon, Bewegung in freyer Luft sind überhaupt diebesten Präservative gegen die Nachtheile, welcheeine sitzende Lebensart mit sich bringt. Hie Buch-drucker würden weit weniger von Krankheiten zubefürchten haben, w’enn ihre Oflizinen immer anhochgelegenen trockenen Orten angebracht wä-ren. —
Krankheiten der Schneider.
Die Schneiderprofession veranlafst am meistenzum anhaltenden Sitzen. Beständig sitzen sieauf ihrer erhöheten Bank, die Beine ge-kreuzt, den Leib vorgebogen und zusam-men gekrümmt, nur die Arme und zwar vor-zugsweise der rechte Arm, sind 'thätig. DieseStellung, welche sie oft lange beybehalten, wirktbesonders nachthetlig auf die Verrich-tungen des Unterleibes und der Brust;die Verdauung wird erschwert, es entstehen Ma-genentzündungen, Obstruction, Hämor-