4.2§ rKrarikh, d. Schriftstell.,Gelehrt. u. Künstler.
Güht sind bey den Stubengelehrten diegewöhnliche folge des vielen Sitzens.
8 Das lange Nachtwachen erschöpft denö rpLr. Ein Blick auf einen solchen Menschen'ist hinreichend, uns hiervon zu überzeugen; früh-zeilig Schon yerliifst ihn das jugendliche Aussehen,um den Runzeln des Alters Platz zu machen; seineGesichtsfarbe ist bleich und kränklich. Der Schlaf,ddfi-einer langen Geistesanstrenguug folgt, ist nie“pvdng und erquickend. Die Natur bestimmte die-Nacht zur Ruhe; durch nächtliche Arbeit handelnL wir ihren Gesetzen entgegen, —
2 Der dicke Dampf von dem Oe hl oderTalg, welcher zur Erleuchtung gebrannt wird,vermehrt noeh die Schädlichkeit des Nachtwachens,verdirbt diedLuft in den Studirzimmern undmacht'sie*untauglich zum Einalhmen. Solenan-- der *) erzählt von seinem Bruder, welcher sichernsten Studien widmete;- däfs durch den Dampfder Lichter, deren er sich bey der Arbeit bediente,sowohl seine Brust als sein Kopf sehr-gelitten habe.Ramazzini räth den Gelehrten, bey ihren nächt-lichen Arbeiten keine Talglichter, sondern wo mög-lich Wachskerzen zu brennen, oder Olivenölin solchen Lampen, wie man sonst deren der Mi-nerva widmete, nach dem Muster der alten Wei-sen, deren Arbeiten, gewöhnlich nach Oel ro-chen. Der Gebrauch der Lampen mit einem dop-pelten Luftzug, wodurch aller Dampf oder Geruchwcgfallt, gewährt eine zweckmäfsige und angeneh-me Erleuchtung. Die Erspamifs an Kosten unddas schöne Licht, welches diese Lampen verbrei-ten, geben ihnen einen. grofsen Vorzug vor denLichtern; man bedient sich ihrer daher heutzutagean vielen Orten, —
Diese Leute, welche nur mit ihren Büchernleben, athmen beständig eine eingeschlosseno Luftein, ein Umstand, welcher viele Krankheiten ver-anlafst und die schon vorhandenen gefährlichermacht. „Sein Studirzimmer nicht gehöi'ig lüften,
') Sc et. V. Cous,_6. pu;-, 451.