des Wahnsinns in den Schriften deS ParaeelsuS, beS vanHelmont und ihrer Nebenbuhler. Niemand ist darum wenigerfähig gewesen die Krankheiten zu beobachten, als die Chemi-^ sten, weil niemand von der Oekonomie deS Körpers willkür-! kichere und verkehrtere Begriff gehabt.
Andere Aerzte waren aus andern Ursachen blind. Chcracglaubte, daß die Pest nicht anstecke; Chicoineau nahm diese Mei-nung aus Gefälligkeit gegen seinen berühmten Schwäher an.Marseille mußte ein weites Grab werden, ehe die französischenk Aerzte sahen, daß die Pest ansteckend ist.j Wenige suchen die Natur in der Natur; wenige folgen
j dem einsamen Pfad, der in ihr Heiligthum leitet; wenige sind? derselben getreuer als ihren Meinungen. Den Wenigsten kannman das Lob geben, daß sie niemals bejaht, was die Naturverneint; daß sie niemals gesagt, was sie nicht gesehen; daßsie niemals das Sehenswürdige versäumt; baß sie die Natur! aus der Natur beschrieben, und nicht einer Hinfälligen Hypo-^ these zu lieb, verdreht und verändert haben,l Der Beobachtungsgeist wird auf eine ungemeine Weise
! durch den Aberglauben unterdrückt, weil die Vorurtheile desAberglaubens stärker sind als alle andern Vorurtheile. Ich> rede hier nicht von dem Aberglauben in Religionssachen, denj ich den Theologen überlasse, sondern bloß von dem Aberglau-s ben in der Naturlehre und in der Arzeneykunst. Dieser Aber-- glaube ist der Wahn, natürliche Wirkungen können aus über-! natürlichen und wunderbaren Ursachen, und ganz unmög-liche Wirkungen aus närrischen Ursachen fließen. Wenn einSatz durch glaubwürdige Zeugnisse unterstützt ist, so wird der' Beyfall, den wir demselben geben, Glaube genannt; wenner durch närrische Zeugnisse unterstützt ist, Aberglaube.
Unter der Herrschaft des Aberglaubens dürfen die Verfech-ter von Allem, was der Vernunft zuwider, abgeschmackt, und thöricht ist, der Wahrheit zum Trotze ihr dummes! Haupt erheben. Das Innere des Menschen ist Allem, wasj der Vernunft zuwider, was abgeschmackt und thöricht ist,s offen, sobald man das Uebernatürliche und Wunderbare mög-