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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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Grund verborgen liegt, besser zu kennen, dem Pöbel dieselahmen Beweise seiner Wunderwerke und seiner Zauberkünsteaus den Händen zu reißen, und die Thorheit, die Schwach-heit und die Grundlosigkeit des Aberglaubens zu entdecken.Hippokrates schwamm schon in den Zeiten, da die Arzeney-kunst fast ganz auf den Aberglauben gegründet war, glücklichwider den Strom. Er lehrt uns in dem Buche von der Epi-lepsie dem Aberglauben widerstreben, er entlarvt mit seinergewohnten Stärke die Betrüger, welche unter einer angebli-chen Frömmigkeit ihre Unwissenheit verbergen, und durch Seg-nereyen und Ceremonien Krankheiten heilen wollen, die siedurch Arzeneyen nicht heilen können. Weder die Beobachtungen,noch die Vernunftschlüffe, noch die Arzeneyen dieses göttlichenMannes tragen die geringste Spur dieser Weiblichkeit.

Zum Glücke für die Wissenschaften, ist der Zepter des Aber-glaubens mehrentheils zerbrochen, und sein Thron sitzt fernvon dem Lichte des Jahrhunderts in der Finsterniß. DieWeltweisen unter den Heiden waren nicht alle erleuchtet, oderdreist genug, wider den Unglauben sich aufzulehnen. DieWelt ist von Aberglauben voll gewesen, als die Apostel undihre ersten Nachfolger diese Rebellion wagten. Vermöge derapostolischen Konstitutionen war ein Mensch, der auf Zeichen-deutereyen, auf Zaubereyen, auf Chaldäischen, Cabalistischenuud Zigennermäßigen Künsten, mit einem Worte, auf überna-türlichen und wunderbaren Dingen im geringsten etwas hielt,aus der ersten und reinen christlichen Kirche als ein Ketzerverbannt. Demungeachtet folgten bey den Christen mit derEinfalt der Zeilen, auf die Weissagungen der Heiden aus denEingeweiden der Thiere und dem Flug der Vögel die Stern-possen, und die in meiner Nachbarschaft von einigen dummenWeibern noch ausgeübte und weit umher unter uns bewun-derte lügenhafte Kunst, unbekannte Dinge aus dem Wasserzu schwatzen, und das Abwesende in demselben gegenwärtig zusehen. In den Zeiten, da das ganze christliche Europa indem Schlamme der Barbarey noch versunken lag, hatte eineinziger Mönch den Muth, den wahren Unterschied zwischen