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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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! verglichen, ein blendendes Zappeln, sie gingen von ihren St»-l dierzimmern zu den Kranken, von den Kranken in ihre Stu-i dierzimmer; wir glauben uns ohne Studien gelehrt, und ohneErfahrung erfahren. Unsre Beobachtungen sind nicht fleißigi genug gemacht, weil sie nicht fleißig genug wiederholt sind;

die Alten waren weiser als wir, weil wir müßiger sind, als^ sie. Herr Professor Hahn in Utrecht hat daher mit dem größ-^ ten Rechte gewünscht, daß man in unsern Zeiten eine Aca-' demie errichtete, deren einzige Arbeit wäre, Anderer Beobach-i tungen und Erfahrungen zu wiederholen, die unvollständigen: zu vollenden, die verdorbenen auszubessern, die schlechten und' falschen zu verwerfen, und zuletzt die guten und probhä'ltigenden Schülern der Natur zur beständigen Zuflucht in eine Samm-lung zu bringe». Bacon forderte eine erfahrende Academie,Hahn eine wiederkäuende.

Gute Beobachtungen müssen mit Aufrichtigkeit gemacht seyn,

> wenn auch diese Aufrichtigkeit zu tausend Zweifeln führte.Sie sollen enthalten was der Arzt gesehen hat, und er sollsagen, wie er es gesehen hat, damit andere, die nach ihmkommen, eben das sehen, noch weiter dringen, und allenfallsseine Fehler verbessern können. Die meisten Aerzte sind ge-wohnt, die bejahende Seite der Dinge zu entdecken, die ver-neinende zu verbergen. Den einen ist es zur Natur gewor-den, die Sache zu sagen, die nicht ist; sie wollen, durch dieLiebe eines hinfälligen Gewinnes bethört, andere betriegen,und betriegen zuletzt niemand, als sich selbst; die Zeit ent-deckt sie, das herandringende Licht zeigt ihre Blöße. Anderesagen nur die Wahrheit, wenn sie ihren Ruhm befördert, undbegreifen nicht, daß es weit rühmlicher ist, seine Unglücks-fälle zu erzählen, als seine besten Erfolge, und daß derje-nige, der einen Fehler bekennt, nur mit andern Wortensagt, er sey heute weiser als gestern. Einem Arzte, der edeldenkt, soll es eben so wenig schwer fallen, der Welt zugestehen, daß er im Irrthum war, als es jetzt einem Wie-land schwer fiele, zu gestehen, daß er Horaz dem Plato,

> Chaulieu dem Äsung, die Arien des Galuppi der Har-