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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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146
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hersagung. Auch zeigte der Ausgang, Laß nicht der Schmerz,sondern ganz etwas anderes die Ursache des plötzlichen Todesdes Admirals gewesen sey.

So ungewiß nun immer die Kenntniß dieser Krankheit war,so sehr war es doch nöthig, in der Geschwindigkeit die Mittelder Schmerzen zu finden. Aber alles, was Boerhave, nach dertiefsten Ueberlegung, Sanftes und Schmerzstillendes verschrieb,vermehrte den Schmerz. Alles ohne Unterschied, so mild undunschuldig es auch immer seyn mochte, häufte, sobald es genom-men war, Marter auf Marter. So verhielt sich die Krank-heit und das Schicksal der beyden Aerzte, bis um fünf UhrMorgens, da Boerhave gezwungen war, für einige Stundensich zu entfernen. Ehe er wegging, gab er die seiner Klugheitso sehr gemäße Warnung, man soll nur eine kleine Zeit dieNatur ihr selbst überlassen, und nicht allzusehr allein mit ver-geblichen, und, wie es schien, mit schädlichen, obgleich aus-erlesenen Arzeneyen eilen. Aber der Ausgang war der ge-schöpften Hoffnung nicht gemäß, die bald versank und zerfiel.Der Admiral rang bis acht Uhr des Morgens mit seinem Ue-bel, ohne den kleinsten Trost. Indessen sah der Doktor deBye durch die hartnäckige Wuth der immer anwachsenden undgrausamern Pein die Lebensverrichtungen abnehmen; aber dieKrankheit kam durch keinen neuen Aufall in einiges Licht. Ermachte schriftlich dem Boerhave neue Vorschläge, die er an-nahm. Aber auch diese waren nicht nur nutzlos, sondern derSchmerz durchschnitt den Kranken immer mehr, und wütheteauf das sanfteste Mittel. In diesen Umständen bestellte derAdmiral geduldig sein Haus, und bezeugte beständig, daß ervon keiner menschlichen Hülfe den geringsten Trost erwarte;doch wolle er alles nach dem Willen der Aerzte thun undleiden.

Um drey Uhr Nachmittags kam Boerhave wieder. DerAdmiral empfieng ihn auf die gütigste und freundschaftlichsteWeise; zugleich gab er ihm die Versicherung, wie sehr unnützalle Arzeneyen gewesen, und wie nahe und gewiß der alleinzu wünschende Tod sey; indeß wolle er in der Hoffnung eines