nahe» Endes, auS Gefälligkeit für sein Haus, auch die un-ausstehlichsten Wege gehen, damit alles geschehen sey, wasgeschehen könne. Diese Rede war sehr sanft, und auS dieserSanftmuth verkündigte nunmehr Boerhave den kommendenTod, der, aller noch angewandten, und mit heroischem Muthevon dem Admiral angenommenen Hülfsmittel ungeachtet, um fünfUhr des Abends sanft und still erfolgte.
Boerhave und de Bye gingen beyseits. Einer gestand demandern: er könne keineswegs eine Ursache dieser Krankheit er-denke», und noch weniger die Ursache eines so plötzlichen To-des. Beyde flehten um die Gunst, den Körper zu öffnen,und diese ward ihnen und der Nachwelt gewährt.
Die Zergliederung des Admirals von Wassenaer entdeckte,was kein Sterblicher errathen könnte, weil es Boerhave nichterrathen hat. Die Gedärme und die ganze Bauchhöhle waren,die einzig darin gefundene Luft ausgenommen, des häufigenvon dem Admiral vor der Krankheit und während der Krank-heit genossenen, und ganz bey ihm gebliebnen Getränkes unge-achtet, so wie die Harnblase, ganz leer. Man sah in allendiesen Theilen nichts, aus dem man den Tod, oder auch nureine Krankheit hätte herleiten können.
In dem Magen selbst fand sich, außer einiger Luft Nichts,als etwas sehr Weniges von Feuchtigkeit, ohne Blut, ohneGalle, ohne etwas Verdorbenes oder Stinkendes, sa sogar fastohne die geringste Spur einer genossenen Speise. Boerhavewar so sehr erstaunt, nicht die geringste Spur des vielen vondem Admiral genossenen Getränkes, weder in den Gedärmen,in der Harnblase, noch in der Höhle des Bauches, auch nichtin dem Magen zu finden , wohin doch alles muß geflossen seyn,daß er fast zu zweifeln anfing, ob er wachend träume.
Endlich öffnete er mit der äußersten Sorgfalt die Brust.Kaum war die allerkleinste Oeffnung in dem Brustfelle ohnedie mindeste Verletzung der Lunge gemacht, so drang plötzlichmit einem großen und anhaltenden Knall eine große MengeLuft aus dieser Oeffnung hervor, über welche Boerhave um somehr in neues Erstaunen gerieth, weil kein Mensch jemals