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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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in Neapel, Si'ci'li'e», Portugal und besonders in Egypten.Bontius sagt, die Einwohner von Batavia befinden sich ambesten, wenn die Luft trocken, hell, und auch etwas durch küh-lere Winde erfrischt ist.

Die vermehrte Schwere der Lust ist in ihren Wirkungenvon der vermehrten Schnellkraft derselben nicht verschieden. Manglaubt oft, die um uns her schwebende Luft sey sehr schwer,wenn sie mit Dünsten, Nebel und Regen so angefüllt ist, daßman Sonne, Mond und Sterne nicht mehr sieht. Aber sieist dannzumal am leichtesten, weil das Quecksilber im Barome-ter fällt, und weil es hingegen steigt, wenn das Wetter schönerund Heller wird. Obgleich nun die Luft bey schönem Wetterschwerer ist, als bey schlechtem, so ist doch allerdings bey demschönsten Wetter das Wasser die Ursache dieser vermehrten Schwere;Boerhave hat gezeigt, daß bey dem schönsten, trockensten undhellsten Wetter das Wasser nur mehr in die Höhe steigt, undin den obersten Gegenden des Luftkreifts mehr vertheilt undzerstreut ist. Je mehr sich nun das Wasser in der Luft vonuns entfernt, und je mehr also unsere Luft von Dünsten reinwird, desto mehr entwickelt sich ihre elastische Natur. DieSchnellkraft der Luft verhält sich daher wie ihre Schwere, undihre Wirkungen sind folglich nicht verschieden.

Die vermehrte Schwere der Luft, ein trockner und Heller,aber nicht allzuwarmer Himmel, vermehren unsere Munterkeitund unsere Kräfte. Vermittelst des großem Druckes der Luft,werden die Nerven und die Gefässe stärker und wirksamer, dasBlut macht seinen Umlauf mit mehrerer Fertigkeit, die inwen-dige Wärme wird vermehrt, die Eßlust steigt, und die Ver-dauung ist besser, die Säfte werden richtiger abgeschieden, der na-türliche Abgang des Körpers kommt in seine Ordnung, dieSeele in den Stand ihrer Freyheit. Eine lang anhaltendetrockne, helle und kalte Lust erregt die Munterkeit der Seeleso sehr, daß auch der dickste Holländer in dieser Zeit dem mun-tersten Franzosen gleicht. Eine sehr schwere Lust hat, mit ei-ner sehr großen Kälte verbunden, die gleichen Nachtheile dertrocknen und sehr kalten Luft. Aber es war ein seltsamer Ge-