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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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rückungen, Convulsionen und Lähmungen machen. Targionihat daher mit Erstaunen um Camugliano die Trespe -anengesehen, wovon die Einwohner den sechsten Theil unter das§ Brod mischen, und damit den Geschmack angenehm zu machen! suchen, ohne ihrer Gesundheit zu schaden.

! Den Brand im Getreide theilt der scharfsinnige Needham! in zwey Gattungen. In der einen ist der Saamen in ein

j schwarzes Pulver verwandelt, in der andern erscheinen kleine

> elastische Fäden, oder die sogenannten sich regenden Thierchen.

! Der Beobachter, Bernhard von Jüssieu, hält die eine Gattung

i sür eine Verderbniß des Samens, die andere für eine Ver-

^ berbniß der Blüthe. Ueberhaupt leitet Needham dieses Uebel

^ von Insekten her, die häufig in dem Samen gefunden wer-

' den, und viele Jahre in demselben in einem Stande der Un-

! empfindlichkeit leben. DaS Brod wird von dem brandigen Ge-

j treibe bitter, sein Geschmack ist unerträglich, und darum kön-

i nen nicht leicht epidemische Krankheiten aus dieser Ursache ent-

stehen, weil man dieses Brod nicht leicht speist. Man hat

i indeß in Frankreich den kalten Brand daraus entstehen ge-

! sehen.

i Der sogenannte Kornzapfen, den man in Frankreich auch- Vogelsporn heißt, ist eine Krankheit, die der Roggen in kal-ten Jahren annimmt, und in welcher er zuweilen so giftig' wird, daß alles mit demselben häufig befleckte Roggenbrod in

> ein wahres Gift verwandelt wird, das den Geblütsumlaufhemmt, die natürliche Wärme auslöscht, die Empfindlichkeittobtet, so daß die Glieder, besonders die Füße und die Beine,allmählig absterben, pechschwarz, hart und brüchig werden wieGlas, und von selbst von dem übrigen sonst noch gesundenLeibe abfallen. Diese aus dem Gifte der Kornzapfen entstehendeKrankheit nennt man in Deutschland die Kriebelkrankheit.

Man findet die Kornzapfen in keinem andern Getreide alsin dem Roggen, und sie sind auch nichts anders, als diewidernatürlicher Weise in solche Zapfen ausgewachsenen Roggen-körnchen. Dodart hat dieselben sehr genau beobachtet; sie sindäußerlich schwarz und innerlich ziemlich weiß, auch wenn sie