351
doch das Getreide in China häufig wächst. Der Ncis nährtfast allein die Malabaren, und er dient auch den Reichen an-statt des Brodes, weil der Weizen aus Malabar nicht fort-kommt; in ganz Ostindien macht man von demselben eben die-sen Gebrauch. Den dürren Reis kochen die Chinesen mit Was-ser , die Malabaren mit Wasser oder Milch, und essen ihn mitvollen Händen aus. Bontius sagt, der heiße Reis sey nichtnur den Nerven höchst schädlich, sondern die Erfahrung habein den Inseln von Anboina und Band« gelehrt, daß nicht nureine große Blödigkeit des Gesichtes, sondern auch eine wahreBlindheit aus dem Mißbrauch desselben entstehe, daher sich auchdie Javaner und Malayen sehr vor dem heißen Reise hüten.
Die übrigen Speisen aus dem Gewächsreiche sind nach ih-rer verschiedenen Natur von verschiedener Wirkung. Ueberhauptsind sie dem Menschen sehr angemessen und gesünder als dasFleisch, weil die meisten unsern Säften durch den Mangel allerSchärfe am ähnlichsten sind, und weil auch der Mangel anFleisch die Leute langlebend und sanft in ihrem Thun, obgleichschwach und zu großen Arbeiten untüchtig macht. Man mußsich demnach nicht wundern, warum Pythagoras den Speisenaus dem Gewächsreiche einen so großen Vorzug vor dem Flei-sche gegeben, und warum die Therapeuten nach den Pythago-räischen Lehrsätzen mit dem Brode und etwas Salz sich begnüg-ten, wozu aufs höchste noch Hyssop kam. Die ersten Griechenaßen nichts als Gewächse, auch erweisen sie dem PelasguS gött-liche Ehre, weil er sie Eicheln essen gelehrt, Liesse für gesün-der hielten als das Kräuterwerk. Man kennt die spätere Diätder Spartaner, die sie so hoch hielten, daß PausaniaS nach derSchlacht bey Platäa seinen Offizieren eine Spartanische und einePersische Mahlzeit zurichten ließ und ihnen sagte, seht die Thor-heit der Medischen Heerführer, die solcher Mahlzeiten gewohntsind, und dennoch geglaubt haben, sie können uns überwinden,da wir ein so sehr entgegengesetztes Leben führen. In dem Mon-golischen Reiche sind die Gewächse nicht nur die gewohnte Speiseder Heiden, die kein Fleisch essen, sondern auch des gemeinenVolkes unter den Mahomedanern, und eines guten Theils der