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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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Miliz. Der Reis, die Kräuter und die Butter sind die ge-wohnte Speise der Einwohner von Bengalen. Auf Malabarlebt man fast einzig von Gewachsen. Die Kaufleute, welchevon der Küste von Coromantel und von Surate nach Bataviakommen, leben mehrentheils auch daselbst nur von Kräuterwerk.

Indeß sind die Gewächse auch nicht ganz unschädlich. Ohnevon denen zu sprechen, die sehr zur Fäulung geneigt sind,haben sie doch mehrentheils etwas Erkältendes, und daher wirdbegreiflich, warum sie viele Menschen weit mehr blähen als dasFleisch. Die eigene Natur der Menschen ist aber auch so ver-schieden , daß sich hierüber fast nichts Allgemeines sagen läßt.Viele werden von den Pflanzengewächsen purgirt; die Minor-kaner, welche mehrentheils davon leben, und zudem sehr vielessen, sind dabey meistens verstopft.

Die blähende Natur des Obstes ist um so weniger einemZweifel unterworfen, weil Hales gefunden hat, daß ein Apfeleinen Raum voll Lust enthält, der bey einem gedoppelten DruckedeS Luftkreises vierhundert und achtzig Mal größer ist, als derApfel. Doch sind gekochte Aepfel eine sehr leichte Speise, undeine Speise, mit welcher ich, nebst Brod und Wasser, ohneBlähungen und ohne Melancholie leben zu können hoffte, wennich so zu leben wünschte. Aus dem Mißbrauch des rohen Ob-stes entstehen Herzweh lLsrckialZia), Coliken, Durchfälle, Ver-stopfungen und allerley Nervenkrankheiten.

Man glaubt fast überall, daß das Obst die Ursache derRuhr sey, obschon von allen wahren Aerzten bewiesen worden,daß dieser Glaube grundfalsch ist. Die Ursachen der Ruhr lie-gen mehrentheils in der Luft, die erst heiß war, und bald dar-auf kalt wird. In der Hitze werden die Säfte dünn undscharf, und treten, da die Ausdünstung zurückgetrieben wird,in die Gedärme; daher entstehen sehr leicht Durchfälle, undwenn die Säfte recht scharf sind, die Ruhr, und zwar bey Leu-ten, die kein Obst gesehen haben. Auch herrscht diese Krank-heit oft in der Jahrszeit, in welcher die Obstfrüchte erst in der-Blüthe stehen; sie herrscht auch in den kalten Ländern, in wel-chen das Obst selten, und nicht in den Händen des gemeinen