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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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Gattungen theilen, den harten und den weichen. Die harteArt ist die gesündeste, sie vermehrt die Eßlust, aber ihr Miß-brauch macht ein Brennen in dem Magen, starke Hitzen, undnimmt den Schlaf. Der sogenannte Schabzieger oder grüneKäse, wie ihn die Engländer heißen, die ihn aus der Schweizhaben, gehört zu dieser Art, obschon er viel stärker, und alsoauch von stärkerer Wirkung ist. Die weichen Käse sind dieschmackhaftesten, allein sie überfüllen den Magen und die Ge-därme mit einem häßlichen, fast nicht zu verzehrenden Schleime,und erzeugen alle daher rührenden Uebel. Unsere Säufer undMüßiggänger von der niedrigen Classe bedienen sich am mei-sten dieser zweyten Art, und mir scheint immer, diese Herrenhaben, wenn sie reden, ein Stück Käse in dem Schlund, wel-ches, an Schweizern zumal, sehr lieblich läßt, da die Feinheitunserer Mundart erfordert, daß wir gar alle Buchstaben mitdem Schlund aussprechen; denn nur ein einziger Kanton sprichtmit der Nase. Diese zweyte Art Käse ist bey uns auch zu-weilen von Vornehmen hochgeachtet, wenn sie ganz faul, undbähe« entsetzlich scharf ist, und ungefähr riecht, wie der bey denRömern vormals so sehr beliebte, von den Ostindianern eineGötterspeise genannte, Teufelsdreck.

Der Gebrauch des Fleisches ist unter den nördlichen Natio-nen gewöhnlicher, als weiter von ihnen weg und unter demheißen Süden. Die Einwohner von Japan esse» schon durch-gehende kein Fleisch von vierfüßigen Thieren, sondern nur dieWasservögel; sie genießen auch keine Milch, aber sie essen denganzen Wallfisch, und sogar seine Gedärme, und schonen auchden Fischen nicht. Sie kommen daher in einen solchen Man-gel von Eßwaaren, daß das gemeine Volk mit allerley weichenSeegewächsen, mit Eicheln und mit giftigen Pflanzen sich be-helfen muß, die durch die Zubereitung unschädlich werden. Nochsparsamer sind die Egypter im Fleischessen: sie bedienen sichmeist des Fleisches von verschnittenen Widdern, einige der Hüh-ner; ihre meiste Speise ist Milch, und alle ihre Mahlzeiten sindsehr einfach. Eben diese Einfachheit herrscht in China und in ganzOstindien, wo der Gebrauch des Fleisches noch viel seltener ist.