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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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364
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sere Flüsse kommen ihre Jungen fortzupflanzen, sehr oft Ma-genkrämpfc und häufige sogenannte Migraines entstehen, dienur ein Brechmittel hebt. Sonst find die Salmen krank,mürbe, und überall mit Blasen bedeckt, wenn sie ihre Eyergeworfen haben. Daher verfielen ehemals die Jrländer, die siedem ungeachtet gespeist haben, in den Aussatz, so wie dieEgypter zu Groß-Cairo von dem Gebrauche der faulen Fischeaus dem Nilstrom und den faulenden Gewässern vieler Seenin die Elephantiasis. In Holland neigt das viele Essen derFische die Menschen zu langsamen Krankheiten , und nebst an-dern schleimichten Speisen, besonders dem Käse, gar sehr zudem Blasenstein. Die Grönländer trinken Fischfett, daher sindihre Säfte so faul, daß die Pocken, die aus Dänemark nachGrönland kamen, die halbe Nation aufrieben, und so giftigwaren, daß die Kranken den dritten Tag starben. Ich weißnicht, ob man aus der Menge Kinder, die man fast überallin den Dörfern an den Küsten sieht, mit Recht geschlossenhat, daß die aus bloßen Fischen bestehende Nahrung die Be-völkerung befördere. Wenigstens ist die hierauf gegründete An-merkung des Herrn von Montesquieu geistreich, daß die Diätgewisser Mönche ganz und gar den Absichten ihrer Stifter wi-derspreche.

Die Gewürze zeigen schon durch ihre große Unähnlichkeitmit unsern Säften, daß sie uns nicht zur Speise gegeben sind.In Europa macht man bekanntlich davon den meisten Miß-brauch, die Galle wird daher geschärft, daS Blut zu hitzigenFiebern, Gliederkrankheiten und vielen andern Uebeln geneigt.Selbst in Ostindien wirst der Mißbrauch der in Zucker gekoch-ten Muscatnüsse in eine Schlafsucht und in ein starres unem-pfindliches Wesen. Man hat sehr wohl gesagt, der größteVortheil der Gewürze sey, daß sie Eßlust erregen, und ihrgeringster Nachtheil, daß sie langsam die Gedärme verbrennen.

Der Zucker scheint eines unserer ersten Bedürfnisse gewor-den zu seyn. Man glaubt insgemein, er mache Schleim undverdichte das Blut, da doch Boerhave gezeigt, daß er eine sehrgroße, auflösende, scifenartige Kraft in dem menschlichen Kör-