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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
Entstehung
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er, da derselbe aus bloß laugenhaften Bestandtheilen entsteht,um den Rheinstrom, nach Herrn Schmidts Erfahrungen, eineseltene Krankheit ist, und endlich, da der Rheinwein vielmehrden Stein selber auflöset. Der Moselwein soll weniger Wein-stein haben, als der Rheinwein, aber denselben meistens be-halten, und sehr leicht das Podagra erwecken, welches sich dochebenfalls aus dem Weinstein nicht herleiten laßt. In der Schweizzeugen die sauern und herben Weine der Gegenden längs derAar, der Reus und der Limmat am meisten die Gliedersncht;hingegen bemerke ich den Stein, und auch die Samen des Stei-nes, oder das sogenannte Gries, in diesen Gegenden so selten,daß ich zweifle, ob jemals die sauern Weine den Stein gezeugthaben. Vielmehr hat man bemerkt, daß durch die gekochtenFranzösischen, Italienischen und Persischen Weine, Stein undPodagra entstehen.

Am meisten macht, die Gewinnsucht die Weine dem Men-schen gefährlich. Saure Weine werden von den Weknhändlerndurch eine Zubereitung von Silberglätte versüßt. Wer solchenWein trinkt, verfällt in ein entsetzliches Bauchgrimmen, dassich mit einer Lähmung der Glieder, und auch mit dem Tod endet;daher man auch die, welche solche Weine verkaufen, in Deutsch-land und in Holland hängt. Herr Gaubius hat eine sichereMethode, diese Verfälschung des Weins zu entdecken, in denHarlemer Abhandlungen bekannt gemacht; man löst Opermentin Kalkwasser auf; ein Wein, der Bley führt, wird von eini-gen Tropfen dieser Vermischung röthlich oder schwärzlich. DenRheinwein kann man minder als alle andere Weine verfälschen,da ihm die Rosinen, die Silberglätte und andere unerlaubteKünste, seine natürliche und eigenthümliche Saure nehmen, undsich also selber verrathen. Von den Holländern wurden vormalsauf eine schandbare Weise die Französischen Weine verfälscht,die sie nach Ostindien führen: sie brannten in Holland die Fäs-ser mit Arsenik, Schwefel und Spiegelharz ein, der Weinblieb durch diese Methode desto länger dem Geschmacke nachfrisch und gut; hingegen erweckte er in Ostindien tödtliche Rüh-ren. Obwohl die häufig in Hamburg nachgemachten, und in