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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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dem nördlichen Theile von Deutschland getrunkenen' Weine eineangenehme Süßigkeit haben, so sind sie doch wegen dem häufigbeygemischten Branntwein sehr ungesund, weil sie den Kopfgar sehr einnehmen, und den Körper überaus matt und trägemachen. Ein großer Parisischer Chemist sagt, weil man heu-tiges Tages den schlechten Champagner mit Rübensaft, odermit Birkenwasser schaumicht mache, so liebe man in Frankreichdenjenigen Wein mehr, der nicht schäume. Diese Verfälschungist noch unter allen die erträglichste, weil der Rübensaft in vie-len Fällen ein herrliches Heilmittel ist.

Man bereitet auch Wein aus den Palmen, aus dem Reis,und aus allen Gewächsen, die man gähren läßt, so gut alsaus der Traube. Die Schweden machen einen höchst angeneh-men Wein aus Himbeeren; in England macht man eben diesenWein, auch einen Wein aus Erdbeeren, und einen andern auSHollunder. Man liebt von den letztem sonderlich den, der ausdem Safte der Beeren mit Ausser gegohren ist, und mit etwasBranntwein gestärkt wird. Der Apfelwein und Birnenweinwird in England und Frankreich häufig bereitet, und er sollmehr nährende Theile haben, als der andere Wein. Der Bir-nenwein ist freylich weich, aber die Wirkungen von beyden sindhöchst gefährlich, wenn die Aepfel und Birnen nicht völlig reifgeworden; sie verursachen entsetzliche Verstopfungen, und eben-falls wie der mit Bley verfälschte Wein, die fürchterliche Colikvon Poitou. Die Art, welche man in England aus wildenAepfeln bereitet, soll dauerhafter und gesünder seyn. Die Egyp-ter haben einen Wein aus Datteln, doch ziehen sie demselbendas Wasser vor; die Chinesen machen ihre Wein aus abgezo-genem Reis. Alle diese mißbrauchten Weine schaden wenigstensdurch ihre Säure Leuten, die einen schwachen Magen haben,und ohnedem mit der Säure geplagt sind.

Das Bier ist fast in allen Ländern gebräuchlich. In Chinaverfertigt man dasselbe aus dem Reis, in Amerika aus dem Mais.Es nährt durch seine mehlichte Theile, ermuntert durch seinenGeist, und soll wegen den Hopfen vor dem Blasenstein verwah-ren; aber die Menge der Lust, die es in sich hält, ist entsetz-