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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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welche mit vorgebeugter Brust ihre Arbeit verrichten müssen, dieEßlust verlieren, das beschwerliche Drucken in der Seite, diegewöhnlichen Grillen in dem Kopfe, Schwindel, und einenhöchst langsamen, fast unfühlbaren Puls haben. Ich finde auch,daß diese Leute wegen der Schwächlichkeit der natürlichen und derLebensverrichtungen, die daS Wesen der Hypochondrie ausmacht,für alle Eindrücke der Luft so empfindlich, als das zartesteFrauenzimmer sind. Ihre Ausdünstung wird eben so leicht zu-rückgeschlagen, und, wie das zartere Geschlecht in den Städten,verfalle» auch sie in alle daher rührende Uebel.

Vielfältige Uebel entstehen auch aus gewissen eigenen Stel-lungen und Bewegungen des Körpers und seiner Theile, wennsie heftig sind, oder zu lange dauern. Man setzt in diese Classedas lange Stehen, das Vorwärtsfitzen, Liegen, flach Liegen, jedeangewandte Gewalt, vieles Husten, heftiges Lachen, Nießen,Gähnen, Strecken, Reden, Schreyen, Singen, Blasen, Tan-zen, Ringen, Stoßen, Tragen. Ich sehe, daß gewisse, bey den! Arbeiten des Frauenzimmers nöthige Bewegungen vielerley Zu-fälle der Nerven erwecken, und ich bestimme auch daher hyste-rischen Damen, die in meiner Kur find, immer sehr genauihre Arbeit.

Zu einer für Weltweise ganz neuen Gattung von hypochon-drischen Wallungen bequemte sich der würdige Bürger einer bes-sern Welt, als er, von allen Menschen verlassen, in den Lhä-; lern von Neuchatel sich niederließ, und sagte: Ich war ein! Mann, ich dachte als ein Mann, und schrieb als ein Mann:

^ man nahm es übel; nun will ich ein Weib werden, und da-! rum mache ich den ganzen Lag Nesteln.

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^ Neuntes Capitel.

Von den entfernten Ursachen der Krankheiten in dem Schlafen^ und Wachen.

! Abschon der Schlaf ein so großes Gut ist, daß ihn einigel Metaphyfiker der Seele nach dem Tode zugeeignet, obschon