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die Mädchen schon im neunten, zehnten und eilften Jahre, imdrcyßigsten sind sie Vetteln. Prosper Alpinus erzählt als einebekannte Sache, daß die Nubischen Kaufleute alle Mädchen,die sie in ihrem achten und zehnten Jahre nach Egypten zumVerkaufe bringen, unterwegs ihrer Jungferschaft entladen, da-mit sie auf dieser langen Reise desto besser fortkommen. Nunsoll man ein Mädchen seiner Jungferschaft nicht wohl entladenkönnen, wenn eS seine Reinigung noch nicht hat; folglichfließt den Mädchen in Nubien die Reinigung noch früher alsin Goa. In kalten und auch in bergichten Ländern kommtdie monatliche Reinigung spät; bey uns mehrentheils im vier-zehnten Jahre. Kommt sie bey uns schon im zwölften Jahre,so ist dieß ein frühzeitiges Zeichen der Geilheit, nach dem acht-zehnten eine Krankheit. Ich habe selbst in der Schweiz Mäd-chen gesehen, die in dem zwölften Jahre ihre Reinigung schongehabt, und die man allerdings so geschwind als immer mög-lich muß heirathen lassen. Ich habe andere gesehen, die imzwanzigsten Jahre ihre Reinigung noch nicht verspürten, undfreylich eine ewige Jungferschaft schwuren. Mit der Reinigungblühet auch der Busen auf. Ein feuriges Temperament beför-dert diesen Zeitpunkt. Aristoteles hielt den Kitzel der erstenReinigung für so bedenklich, daß er rieth, in dieser Zeit dieMädchen am meisten zu hüten.
In Grönland haben die Weiber ihre Reinigung gar nicht,in Spanien und in Italien häufig, in heißen Ländern schonweniger. Bey einer sehr starken Leibesübung verschwindet siewegen der größer« Ausdünstung fast ganz; daher haben dieWeiber in Brasilien ihre Reinigung nicht, weil sie die meistenGeschäfte der Männer verrichten. Bey fetten Weibern ist die, Reinigung überhaupt sparsam, wenn sie nicht sehr wollüstig! sind, oder stark trinken; sie bleibt ihnen auch leicht zurück, undj doch ändert sich ihre Gesichtsfarbe dabey nur selten; hingegen^ sind sie sehr heftigen Coliken unterworfen, wenn die Reinigung; vorhanden ist. Bey Weibern von einem melancholischen Tempe-ramente ist die Reinigung sparsam und unordentlich, und ich! sehe, daß sie sich bald alle drey Wochen, bald alle vierzehn Tage