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aufbürden, die zugleich die Schönheit und die Gesundheitverderben. Diese Barbarey herrscht noch hin und wieder inder Schweiz. In gewissen Gegenden tragen die Weiber Schnür-leiber, die ihnen das Ansehen geben, als wenn sie alle Buckelhätten. In der einzigen schweizerischen Stadt, in welchers Rousseau einen öffentlichen Vertheidiger gefunden, zwingt man^ die Weiber durch ein Gesetz, das die Miene der Andacht
- nimmt, eine aus dicken eisernen Stangen zusammen geschmie-i dete Maschine zu tragen, der man den Ehrennamen einer
Schnürbrust gibt. Vor einigen Jahren bat eine Jungfrauaus dieser Stadt ihren Magistrat um die Erlaubniß, ohne! diesen wohlhergebrachten Panzer, der ihr Magenkrämpfe und^ allerhand Mutterbeschwerden machte, in der Kirche erscheinens zu dürfen; denn sogar die schwängern Weiber sind von der^ Kirche ausgeschlossen, wenn sie diesen Panzer nicht mehr tra-
- gen können. Der Magistrat wollte der Jungfrau diese derReligion seiner Vater widerstrebende Bitte, ohne das Zeugnißeines frommen und gewissenhaften Arztes nicht gewähren. Sie
^ brachte dieses Zeugniß, und erhielt die Erlaubniß ihre An-
- dacht ohne den eisernen Schnürleib zu verrichten, für neun-! hundert Gulden.
Wir kleiden uns sonst überhaupt zu warm, weil jede Be-mühung , sich vor Kälte zu verwahren, uns dieselbe nur em-pfindlicher macht. Von den Engländern ist eine Gewohnheitzu uns übergegangen, eine zarte Flanelle auf dem Leibe zu tra-gen, die aber Cheyne verabscheut, und die allerdings verab-scheuenswürdig ist, weil sie einen fast beständigen Schweiß un-terhält, den nur die blinden Verehrer alter Dummheiten imErnste suchen ; doch in allen Dingen vcn dieser Art macht dieGewohnheit das Gesetz. Wer einmal gewohnt ist, sich warmzu kleiden, muß die Winterkleider zeitlich anziehen, auch spätund nicht plötzlich sie weglegen, wenn er im Herbst nichtSchnuppen, Husten und Bauchflüffe, und im Frühling nichtSeitenstiche und Lungenentzündungen haben will. Auch untergewissen Umständen soll man im Bette auf die Kleidung mer-ken. Herr von Haller sah in einer Wöchnerin am zweyten