501
setzt die beste Pathologie in die nicht gänzlich widerstehend«Verbindung und Cohäflon der festen Theile des Körpers; indie sehr veränderliche Menge und Mischung der Säfte; in dieAnzahl, Feinheit und Verwickelung der Kanäle; in eine Ober-fläche, deren Gänge überall offen sind; in eine große Empfind-lichkeit und Beweglichkeit; in die allgemeinen und übereinstim-menden Bewegungen sich lehnende Grundlage aller Leibesver-richtungen ; in die Uebereinstimmung und das Mitleiden desKörpers und seiner wirkenden Theile, und endlich in die ge-meinsamen und unveränderlichen Gesetze des Zusammenhangeszwischen dem Körper und der Seele. Bey einzelnen Menschenist diese Beschaffenheit überhaupt nach dem Alter, dem Geschlecht,dem Temperament, und gewissen Seltsamkeiten der Natur ver-schieden.
Ich gehe sogleich zu der Betrachtung dieser Beschaffenheitin einzelnen Menschen über, weil sich das Allgemeine jedes-mal auch in dem Besondern findet. Man ist nach der Verschieden-heit des Alters zu gewissen Krankheiten vorzüglich geneigt.In der ersten Kindheit ist der Mensch, wegen dem größer»Verhältniß des Kopses zu den übrigen Theilen, viel empfind-licher und beweglicher, als wenn er erwachsen ist. Daher sindkleine Kinder aller Gattungen convulflvischer Krankheiten um somehr unterworfen, weil bey ihnen von jedem Reize die Wirkung un-endlich größer ist. Die bloße Säure im Magen und in denGedärmen macht ihnen schon die heftigsten Zuckungen, da siebey Erwachsenen bloß den Sod und das Herzweh erregt; auchsterben fast alle Kinder in Zuckungen. Die neugebornen Kin-der der Neger sind so sehr empfindlich, daß man sie auch un-ter ihrem heißen Clima die ersten neun Tage in warmenStuben verschließen muß, weil sie von dem geringsten An-hauch der äußern Luft in den Kinnbackenzwang verfallen, undsterben.
Nach dem zweyten Jahr bleibt den Kindern bey dem all-gemeinen Mangel der Kräfte eine vorzügliche Schwachheit indem Magen und in den Gedärmen. Sie essen übermäßig undverdauen schlecht; daher sammelt sich so leicht ein verdorbener