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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / von Dr. Joh. Georg Ritter v. Zimmermann
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ges Genie; cbcr er verlor beydes, sobald seine Gesundheit her-gestellt wordei. Linnäus sagt, die Lappländer seyen dem Scor-but nicht un'erworfen, da sie doch kein Kräuterwerk, undsogar kein Bwd speisen.

Auch die schon durch die Lehre Jesu und seiner Apostel er-wiesene , alle Empfindungen der Widerwärtigkeit und alle Lei-' den der Aeit überwindende, aber unter der Herrschaft der Ge-' dankenlosigkeit und Verderbniß am meisten mißkannte Machtder Seele übcr den Körper, hebt viele schädliche Eindrucke,und überwiege zuweilen selbst das Temperament. Ein jungesadeliches Frauenzimmer in Bern fürchtete sich so sehr vor demDonner, daß sie sich bey dem geringsten Anschein eines Gewit-^ ters unter die Erde verkroch; einst befand sie sich in einers. großen Gesellschaft, als ein Gewitter herankam; sie eilteH Plötzlich nach Hause; aber vor ihren Füßen schlug der DonnerL in die Erde, eheste ihr Haus erreichen konnte; sie ging in sichA selbst, und fing an zu begreifen, daß man dem Arme des All-s mächtigen nirgends entgeht; von dieser Stunde änderte sichihr Temperament so sehr, daß sie dem fürchterlichsten GewitterS mit stillem und gelassenem Gemüthe zusehen konnte. Ein Frauen-I zimmer in Aürich hatte eben diese Schwachheit 'in einem entsctz-> liehen Grade; der Donner schlug in ihr Haus, zerschmetterteihr die Schnürbrust am Leibe, und quetschte sie so sehr, daßsie in ein heftiges Fieber verfiel, nach ihrer Genesung ebenfallsin sich filbst ging, und von dieser Aeit an durch ihr ganzesLeben nicht das geringste Merkmal von Furcht bey Gewitternblicken luß. Pechlin erzählt das höchst merkwürdige Beyspieleines Marschen, der von dem Scorbut über und über gefäult,mit der Lußersten Freßbegierde die außerordentlichsten Gcmüths-kräfte ve:band, und der erhabensten und schönsten Ideen aufeine fast unglaubliche Weise fähig gewesen. Im Vorbeygangegesagt, vechlin war ein großer Arzt, ein großer Beobachter,»und ein Nanu von Genie.

D Bekarntcr ist, wie viel die Seele durch die LeidenschaftenL zum Bestm des Körpers vermag. Valleriola erzählt die Ge-»schichte eiies ganz lahmen Menschen, der einige Jahre im Bette