Berge; am 15. zog es vor Belgrad und in die sogenanntenEugenischen Linien.
Vor Belgrad selbst standen ^8 Bataillons, 78 Escadronsunter Laudon mit den Generalen Clerfayt, Kinsky, Browne,Wallis, Mitrowsky, Colloredo, Alvintzy, Tige, Prinz Anhalt,Blankenstein, Harrach, Sztarray u. s. w. — im Brückenköpfeaus dem rechten Save-Ilfer lagen 2 Bataillons, — im Brücken-köpfe auf dem rechten Donau-IIser 1 Bataillon, — bei Panc-sova standen und besetzten den Brückenkopf auf dem linkenDonau-Ufer 6 Bataillons und die Cnirassiere von ErzherzogFranz, das Regiment, zu welchem Radetzky gehörte, — undbei Semlin hatte Laudon 13 Bataillons und 8 Schwadronenzurückgelassen, welche den Brückenkopf am linken Savc-Ufcr unddie Zigeuner-Insel besetzten.
Kaum war Laudon vor Belgrad eingetroffen, als er rast-los die Belagerungs-Arbeiten betrieb und die Angriffspunkteaussuchte. Schon zwei Tage nach seiner Ankunft begann erdie Beschießung. (Erzherzog Franz, später Kaiser Franz, löstedie erste Kanone auf Belgrad.) Am 25. September beganndas Bombardement. An dem Tage, wo die österreichische Ar-tillerie ihre Donner auf Belgrad am fürchterlichsten sendete, starbihr trefflicher General Rouvroy. Des alten vertrauten Waffen-cumpanen schmerzlich empfundenen Tod rächte Laudon wenigeStunden darauf durch die Erstürmung der Vorstädte Belgradsam 30: September. In vier Kolonnen, trefflich gestellt vomGeneral Browne, und geführt von den Generalen Browne,Klebeck, d'Alton, Sztarray und den Obersten Argenteau, Wer-neck, Kolowrat und Lichtenberg, stürmten die tapfern Oester-reichs unter Laudon's Augen und schmückten sich mit einemunverwelklichen Kranze schöner Heldenthaten. Außer Fassunggebracht durch Laudon's rasches, entschlossenes Handeln, bliebAbdy Pascha, welcher Belgrad entsetzen sollte, wie gelähmt beiJagodina stehen, während mit gedoppelter Kraft und Wuchtdas Feuer der Belagerer die Festung und ihre Werke undWälle erschütterte.
Dennoch wäre vielleicht Laudon's Angriff auf Belgradwenigstens nicht so schnell zum Ziele gekommen, wäre es demGroßvezier gelungen, einen Plan zur Ausführung zu bringen,der zwar zunächst gegen Prinz Josiaö von Coburg gerichtetwar, den Entsatz von Belgrad aber zur Folge haben sollte.Mit einem Heere von etwa 90,000 Mann gedachte er denPrinzen aufzuheben, die Moldau und Wallachei wieder zu er-