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obern und dann in Siebenbürgen einzudringen. Prinz Coburgerhielt jedoch noch frühzeitig genug Von diesem Vorhaben Kunde,vereinigte sich in Folge dessen abermals mit dem russischen GeneralSuwarow und ging, durch diesen verstärkt, dem Feinde muthigentgegen — ein kühnes Stück, da die Türken an Streitkräftenweit überlegen waren. Am 22. September kam es bei Mar-tincstie in der Wallachei zu einem entscheidenden Kampfe, unddie vereinigten Oesterreicher und Russen errangen einen glän-zenden Sieg. Um seine fliehenden Schaaren zum Stehen zubringen, ließ zwar der Großvezier unter sie mit Kartätschenfeuern; allein auch dieses Mittel half nichts. 5000 Türkenblieben auf dem Platze, viele Tausende ertranken auf der Fluchtin dem Flusse Buseo, aber kaum 100 ließen sich fangen. DreiLager, 2000 Wagen, 100 Fahnen, 84 Geschütze und 23 Streit-wagen mit Ketten, für die gefangenen Christen bestimmt, wur-den den tapfern Siegern zur Beute.
Der Sieg bei Martinestie durch die Waffenbrüder wurdevon Laudon's Truppen mit Jubel aufgenommen; er machteihre Hoffnung, Belgrad zu ersiegcn, zur «»bezweifelten Ge-wißheit.
Der Großvezier war so aus daS Haupt geschlagen, daßvon seiner Seite eine angreifende Bewegung gegen Laudonnicht denkbar war; der ScraSkier Abdy Pascha that auch nichtsfür den Entsatz von Belgrad, und die Vorstädte dieses Platzeswaren erobert, darum forderte Laudon am 1. Octobcr die Be-satzung desselben zur Ucbergabe aus. Der Commandant gabeine verneinende, theils prahlerische, theils höhnende Antwort.Die Angrissöwerke und die Batterien wurden daher vermehrt.Bald spielten 98 schwere Geschütze und überschütteten Belgradmit Kugeln, Granaten, Bomben, Steinen, Wachteln und Feuer-werkskörpern. Am 7. Oktober war eine zweite Parallele ge-zogen; in der Festung selbst lagen alle Gebäude in Schutt; einstarker Brand flammte im Innern; die Scharten waren zer-stört; der bedeckte Weg aufgewühlt durch Bomben und Gra-naten, und beinahe alle Geschütze des Walles mußten schweigen.Das beugte den Muth oder den Starrsinn deö Commandanten,Osman Pascha. Dennoch verlangte er einen Waffenstillstandvon 15 Tagen, um in seiner Lage bei dem Seraökier Verhal-tungsbefehle zu begehren. „Nicht 15 Stunden will ich dieWaffen ruhen lassen," entgegnete Laudon, „ich biete nur sechsStunden Bedenkzeit. Wird nach Ablauf derselben die Festungübergeben, so kann die Besatzung mit allen Habscligkeitcn, wo-