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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Türkenkriege einen hohen Grad von Mannszucht, Muth undTapferkeit bewiesen. An diesem kategorisch ausgesprochenenLobe hatte auch unser Radetzky seinen Antheil. —

Eines dritten Türkenfeldzugeö gewärtig, wurde die Armeedurch die Nachricht von dem Tode des Kaisers Joseph über-rascht. Joseph II. starb am 20. Februar 1790 und Leopold II.,sein Bruder, bestieg den Thron. Leopold wurde der Erbe seinesBruders auch in Hinsicht auf den Krieg mit der Pforte, fandaber zugleich eine eifersüchtige Politik, welche bereit war, fürdie Türken gegen ihn und die Kaiserin von Rußland einzu-stehen. Preußen, Großbritannien, Schweden, Holland, hattenbange Besorgnisse über das Waffenglück der beiden Kaiserhöfe.Das europäische Gleichgewicht wurde Grund oder Vorwand,daß Schweden einen Krieg gegen Rußland unternahm, Preußeneine förmliche Allianz mit der Pforte abschloß und ein Heeran Oesterreichs Grenze zusammenzog. Bedeutende Streitkrästeeilten daher von der Donau aufwärts an die Oder und March.Feldmarschall Laudon erhielt den Befehl über das in Mährenund Schlesien aufgestellte k. k. Beobachtungsheer. Der PrinzJosias von Coburg trat an die Spitze der, den Türken gegen-überstehenden k. k. Armee.

Radetzky blieb mit seinem Rcgimente wieder bei den Trup-pen, die gegen die Türken zu fechten bestimmt waren.

Der dritte Feldzug gegen die Türken hob an. Allein diefeindliche Politik Preußens hinderte einen sehr elastischen Auf-schwung desselben; doch war das Waffenglück den Oesterreicherngünstig. Am 6. Januar 1790 schlug der Oberst Liptay dieTürken bei Negotin in Serbien, und am 6. April der OberstMihaljevich bei Alerinre über die Morawa bis gegen Nissa.Am 16. April ergab sich nach enger Blockade — auch im aber-gläubigen Schrecken über ein Erdbeben — gegen freien Abzugnach Widdin, die Besatzung von Neu-Orsvwa und des FortsElisabeth an den Fürsten Carl Auersperg, der, unter Feld-marschall-Lieutenant Wartensleben, die Belagerung geführt.Am 13. Mai trieb General Kray bei Turnul in der Wallacheisiegreich den heftigen Anfall der Türken zurück, und am 26.Juni behielt der Feldzeugmeister Clerfayt die Oberhand in demhartnäckigen Treffen bei Callesat. Ueber 2000 Türken bliebenauf dem Platze, all' ihr Geschütz, ihr ganzes Lager wurde eineBeute der Sieger, das diesseitige Donau-Ufer vollkommen ge-reinigt, die ganze kleine Wallachei der feindlichen Botmäßigkeitentrissen. Dagegen mißlang die Belagerung von Gijurgewo.