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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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griffen. Dreimal machte er sich mit dem Säbel Lust und drei-mal warf er die Einstürmenden zurück, doch die Brücke bliebverstopft und statt sich zu lösen, verwickelte sich der Knäuelimmer mehr. Die französische Infanterie hatte während derReitergefechte Lambach umgangen und sich in dem Stifte unddem gemauerten Hofe festgesetzt. Da bei einem neuen AngriffeGeneral Mecsery schwer verwundet mit mehreren andern tapfernOffizieren hohem Ranges, Oberst Moritz Fürst Lichtenstein,Oberstlieutenant Harsany rc. in Feindeö Hände fiel, so hörteauch endlich der Widerstand auf. Die österreichische Reitereisuchte sich gegen Wels zu retten; das Fuhrwerk in Lambachging verloren, und das linke Ufer der Traun wurde entblößt.Hierauf lagerte sich Richepanse bei Wimsbach; die DivisionDecaän, flußabwärts nach Ganskirchen ziehend, kam in Verbin-dung mit dem dießseitS Haag eingetroffenen linken Flügel, derVortrab des rechten erreichte Kirchhain.

Während der Nacht vom 19. auf den 20. December sam-melte sich die österreichische Armee beim Wirthshause zur Linde,und zog sich bis zum 25. über Steier, Strengberg, Amstetten,Kemmelbach bis Mölk. Auf dem Marsche am 26. in dasLager bei Zworndorf desilirte die gesammte Armee an demErzherzog Carl vorbei. Mit sichtbarer Rührung und vollmenschlichen Gefühles sah der Prinz die stolzen Regimenter zuunbedeutenden Schaaren heruntergesunken, sah die nackten Füße,die zerlumpten Kleidungen der Krieger, den Ausdruck des tief-sten Schmerzes in ihren Mienen und daö Bild des unverkenn-baren Elendes. — Ein neugebildeter Nachtrab unter Fürst C.Schwarzenberg sollte immer einige Meilen hinter der Haupt-masse bleiben, wurde aber bald genug bis an diese zurückge-drückt, da nun auch Lecourbe unmittelbaren Antheil an denEreignissen nahm und bereits am Abende des 20. KremSmünstereroberte. Decaön überschritt selben Tages die Traun bei Wels,Grenier am folgenden Tage bei Ebersberg, und am 22. erreich-ten die Franzosen das linke Ufer der Ennö von Steier biszur Donau.

Alles fehlte zur Wiedergewinnung des Verlorenen. Erz-herzog Carl rieth daher dem Kaiser Franz dringend zum Frie-den. Einsicht und Besonnenheit konnte hier keinen Anstandnehmen, daö von der Nothwendigkeit erheischte Opfer darzu-bringen. Unterhandlungen um einen Waffenstillstand, der zumFriedensschluß führen sollte, wurden angeknüpft. Inzwischenfuhr Moreau zu manöverircn fort, und theilte, da ihm derAntrag aus Einstellung der Feindseligkeiten gezeigt hatte, daß