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Reiterei wurden vereinfacht und auf die wahren Zwecke desKrieges zurückgeführt. Hierbei verdienen die Verdienste desGenerals Grafen Grünne um die Verbesserungen der Kavallerie-AbrichtungS- und Erercier-ReglementS besenders erwähnt zuwerden. Seine Ausarbeitungen wurden genehmigt: die Stel-lung in drei gliedern bei der Reiterei aufgehoben, dafür die inzwei Glieder eingeführt, dann das neue Erercier-Reglement inWirksamkeit gesetzt. Radetzky übte darnach sein Regimentfleißig und trefflich ein.
Verehrt und geachtet von Allen, die mit ihm in nähereBerührung kamen, wußte er sich namentlich das Vertrauen unddie Liebe feiner Untergebenen zu erwerben und zu erhalten,und bat sich dadurch ein bleibendes Andenken in der Geschichtedeö Euirassier-Regiments gegründet, das er damals befehligte.
In dieser Friedenöwit konnte Radetzky auch erst recht undangenehm das Familiemeben als glücklicher Gatte und Vatergenießen. Mitten in den Stürmen des Revolutionskriegeshatte er sich, im Jahre 1797, mit der Gräfin Fanny vonStraßoldo-Grafenberg vermählt, welche ihrem Gatten in glück-licher Ehe nach und nach acht Kinder schenkte. Um seine ge-liebte und ihn wieder liebende Familie hatte Graf Radetzky —um mit Schillers Wallenstein zu sprechen — „ein LiebeSnetzgeschlungen", das niemals riß und reißen konnte. — Alleinnicht Lorbeer, nicht Myrthe, nicht Rosen gaben in reicher Fülledes Geschickes Mächte ihm, auch Eyprcssen gaben sie ihm.Denn leider! lebet von den fünf Söhnen Radetzky'S, welchealle in der k. k. Armee dienten, nur noch der einzige — GrafTheodor Radetzky, welcher, seinem Vater nachstrebend, bereitsStabsofficier in der k. k. Armee ist, und von den drei Töch-tern die Gräfin Friederika, verehelichte Gräfin von Wenkheim.
Am 1. September 1805 wurde Radetzky zum Generalmajorbefördert und als Brigadier zur Armee in Italien versetzt.Man wollte dort neuerdings seine Geschicklichkeit, Erfahrungund seinen tapfern Arm brauchen; denn schon hatten sich wie-der Wolken zu einem neuen Kriege mit Frankreich aufgethürmt.
Zwar schien die Erhebung Napoleons zum Kaiser derFranzosen eher zur Ausgleichung des Streites zu führen, indemhierdurch das monarchische Princip auch in Frankreich seine alteAnerkennung fand; daß aber der neue Kaiser der Franzosenin Italien, in der Schweiz, in Holland theils persönlich unterverschiedenen Titeln, theils durch Könige seiner Schöpfungherrschte, daß Piemont und Genua dem französischen Reicheeinverleibt wurde, daß Napoleon Hannover mit seinen Truppen