stürzten Hausen von Franzosen der Brücke zu, als die fran-zösische Division Legrand in geschlossener Colonne vorrückend,ihnen auf der Brücke begegnete. Das Zurückweichen der Einenund das Vorrücken der Andern brachte Stillstand in die dicht-gepreßte Masse *). Doch bald war der Stillstand auf derBrücke durch das rasche und kräftige Vorwärtsschreiten derTruppen Legrands gebrochen und diese betraten die blutigeBahn, während die Bataillons Claparede's, durch ihre eigenenWaffenbrüder aufgehalten, aus Verzweiflung in den Kampfzurückkehrten, und die Oesterreicher zur Räumung des Markteszwangen. Legrand und Claparede trafen nun Anstalten, ausdem Ennserthore zu dringen, die Oesterreicher aus dem Vor-markte zu werfen, und zugleich das Schloß zu stürmen. Das19. französische Chasseur-Regiment erhielt Befehl, über dieTraunbrücke zu gehen, um den Angriff der Infanterie zu unter-stützen. Endlich vermehrte Massen» auf dem linken Traunuferseine Batterien, welche ein lebhaftes Feuer gegen die auf denHöhen des Schlosses gestellten Oesterreicher unterhielten.
Die letzteren machten neue Anstalten, den Markt zu stür-men; Hauptmann Simbschen stellte eine Batterie östlich vomSchlosse auf. Da aber Major Paumgarten fühlte, daß derAngriff, sollte er gelingen, mit allen Truppen, nicht in einzelnenAbtheilungen, energisch unternommen werden müßte, so forderteer die Bataillons auf, ihm muthig zu folgen, und eilte gegendas Thor. In demselben Augenblicke sprengte auch MajorSalis aus dem Vormarkte herbei, drängte sich durch die eng-geschloffene Masse und rief den Kriegern zu: „Mir nach, Brü-der! vorwärts!" Mit heldenmütiger Aufopferung stürmtenPaumgarten und Salis durch das Ennserthor in den Markt.
Zügen: „Wir folgen Ihnen alle, führen Sie uns nur gut an." —„Wenn ich weiche, so floßt mich nieder!" erwiderte Zaunmiller undstellte sich an die Spitze der Braven.
*) Die Geschichte des Krieges Oesterreichs gegen Frankreich im Jahre1809 von F. I. A. Schneidawind, schreibt an einer Stelle: „Dieses warder günstige Augenblick, der vom General Hitler mit Einsicht undEntschlossenheit benutzt, die bis jetzt noch schwebende Siegesfrage zuseinem Vortheil entschiede» hätte. Auch mangelte es nicht an erfah-renen Männern aus seiner nächsten Umgebung, die ihn an die Gunstdes Augenblicke, jedoch vergebens mahnten. Wir wollen nicht unter-suchen, welche Ansichten ihn in dem Entschlüsse leiteten, das KriegS-glück, das ihm die Hand zum Siege bot, unversucht zu lassen, undsind blos der Meinung, daß ein rascher kräftiger Angriff mit frischenTruppen aus die am Markte und auf der Brücke hart bedrängtenFranzosen die Oesterreicher unfehlbar zu Meistern des Marktes undder Brücke gemacht hätte."