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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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dem Fußsteige zum Schlosse auf. So wogte der blutige Kampsin und um Ebersberg bereits drei Stunden ohne Entscheidung,ohne aber auch den Muth der Truppen zu beugen. Mit derDauer des Gefechtes schien derselbe im Gegentheile zu wach-sen *). In dieser Spannung wurde der Hauptmann Wirkervom Gcneralstabe von dem plötzlichen Gedanken ergriffen, mitfrischen Truppen Ebersberg von Neuem zu erstürmen. Ersprengte deßhalb zu den drei ersten Bataillons der WienerFreiwilligen, die hinter dem Schlosse aufgestellt waren, undforderte sie, sie an die Thaten ihrer Bruder unter Küffel undSalis erinnernd, zum Sturme auf. Diese Freiwilligen warenbereit. Um jedoch mit einer imposanten Macht zu stürmenund den Sieg um so gewisser erringen zu können, sprengteWirker noch zu einigen anderen Bataillons, die Mannschaftan Ehre und Vaterland zu erinnern und zu seinem Zwecke zubegeistern; allein mittlerweile mehrte sich mit jedem Augenblickedie Anzahl der Franzosen in Eberöberg durch frische Truppender Division Legrand, die über die Brücke ihrer ersten Brigadefolgten. Dagegen waren die Reihen der ohne Unterstützungfechtenden Oesterreicher gelichtet, durch das Wegtragen der Ver-wundeten die Streiter selbst noch vermindert, die Kräfte derTruppen durch den langen Kampf erschöpft und einige Corpsselbst ohne Patronen. Um deßhalb die Besatzung im Schlosseund die Truppen im Vormarkt abzulösen, befahl der F.-Z.-M.Fürst Reuß dem Jnfanterie-Regimente Beaulieu, dem nochandere Truppen nachfolgen sollten, vorzurücken; allein die Oester-reicher hielten den Ruf zur Ablösung für einen Befehl zumRückzug und riefen laut: „der Rückzug ist befohlen!" Dergrößere Theil der Truppen kehrte schnell um, stürzte durch denVormarkt, riß das Regiment Beaulieu mit sich fort, und imWahne, das Heer sey bereits im Abzüge nach Enns begriffen,eilten auch die übrigen Abtheilungen aus Ebersbcrg den Höhendes Schildberges zu, und gaben so die Früchte so vieler herr-lichen Thaten mit Eincmmale preis. Furchtbar war das Ge-dränge; kein Commandowort wurde gehört, kein Befehlshabergeachtet, und da zu eben der Zeit, als sie das Flachfeld erreich-

*) Die Geschichte des Krieges von 1809 von F. I. A. Schneidawindbemerkt an einer Stelle: „Nochmals bot sich dem F.-M.-L. Hiller dieGelegenheit dar, das Schicksal des Tages zu seinen Gunsten zu ent-scheiden. Gin lebhaftes Beweisen des bereits brennenden Marktes mitHaubitzgranaten, dem ein entschlossener, rascher Angriff auf die daselbsteingeengten und durch das Feuer hart bedrängten Franzosen gefolgtwäre, hätte diese ohne Zweifel zur Verlaffung des Marktes und zumRückzüge über die Brücke gezwungen."

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