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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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210
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ten, ein Bataillon von Kerpcn, das am Rande des WaldeSstand, sich gegen die Poststraße zog, so hielten sie auch diesezufällige Bewegung für einen neuen Beweis deö angeordnetenRückzuges und eilten dem Walde zu. F.-M.-L. Dedovich stürzteüber einen Leichcnhügel mit dem Pferde, wurde eine Streckeweit geschleppt, am Kopfe und Fuße beschädigt und nur durcheinige Brave von den Wiener Freiwilligen und dem RegimcntcStuart vom Schlachtfelde gerettet. Vom Schrecken betäubt, sahHauptmann Wirker, der eben Entscheidendes vollbringen wollte,starr und blaß auf die abziehenden Truppen; von den schmerz-lichsten Gefühlen gefoltert ritt auch er zuletzt dem Walde zu.Erst hiuter dem Schildbcrge gelang eö, die Mannschaft wiederin Ordnung zu stellen.

Doch verließen nicht alle Abtheilungen den Schauplatz sovieler herrlicher Thaten, den Vermarkt von Ebersbcrg, ohne nichtselbst beim Rückzüge dem Feinde Achtung zu gebieten. Alsz. B. im Gedränge zwei Kanonen in einer Gaffe stehen blieben,sammelte Ph. Szluha, Fcldwaibcl von Benjovöky Regimcntc,70 Mann, sprach ihnen Muth ein, drang vor, um dieselbenzurückzuerobern, warf eine Abtheilung französischer Grenadieremit dem Bajonette in so großer Unordnung zurück, daß er nichtnur die Kanonen nahm, sondern auch viele Gefangene machte.Oberlieutenant I. Zaunmüllcr vom 6. Bataillon der WienerFreiwilligen, rettete eine demontirte Kanone, an die sich einigeFreiwillige spannten und sie fortschleppten. Derselbe Zaun-müller eilte mit einer Schaar Freiwilliger gegen das Ennser-thor, und schützte eine geraume Zeit die abziehenden Brüder *).Feldwaibel A. Schenk vom Regimcntc Würzburg deckte eben somuthig eine Vcrrammelung, die man zur Sperrung der Straßeanlegte, um daö Nachdringen der Franzosen zu erschweren; vollEntschlossenheit ging er dem vorrückenden Feinde entgegen, lösteseinen kleinen Trupp in Plänkler auf, die so wirksam feuertenund die Gegner so lange aushielten, bis die Straße gesperrtwar. Als die Wiener Freiwilligen durch den Vormarkt ab-zogen, kehrte der Gemeine F. Eiserlein vom -4. Bataillon, vomHasse getrieben, noch einmal zurück, erschoß einen feindlichenFahnenträger und erbeutete die Fahue; ein Franzose wollte ihmdieses Feldzeichen wieder entreißen, doch Eiserlein stoßt ihnmit seinem Bajonnete nieder und kehrt mit der Fahne zu seinenWaffenbrudern zurück.

Es wM'ffünf Uhr, als die Oesterrcicher den Vormarkt ge-

Zannmitter wurde'verwundet, aber doch durch einen Braven fortge-schleppt und gerettet.