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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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212
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Stellung der Oesterreichcr nicht mehr haltbar und ein ferneresBlutvergießen zwecklos. Hiller ordnete daher den Rückzug an.

Die auf dem Schildberge zu beiden Seiten der Straßeaufgestellte österreichische Reiterei verließ zuerst ihre Stellung,und die Regimenter Kienmaycr Husaren und Erzherzog Carlllhlancn stellten sich, unter General Radetzky, unterstützt vonvier Escadrons Lichtenstcin Husaren, auf dem jenseitigen Ab-hänge wieder auf, um den Rückzug deö Fußvolkes zu decken.Die Jnfanteriebrigadc Bianchi wurde rechts an der Poststraße auf-gestellt, um den Nachtrab deö Heereö zu bilden. Die Infanteriezog in geschlossenen Massen und großer Ordnung ab; die letzteSchaar, welche den Kampfplatz verließ, waren vier Compagnienvom Regimcnte Kerpen, unter dem Oberstlieutenant O'Brien,welche, um ihren Rückzug in Ordnung antreten zu können, diefeindliche Masse, die vordrang, erst zurückschlagen mußte, undsie auch sich vom Halse schaffte. Die Wegenge vom Schild-berge bis in die Nähe von Asten dauert beinahe eine Stunde;geschützt von der Nachhut durchzog das Heer dieselbe sicher undsich aus der Hauptstraße nach Ennö zurück *).

Napoleon, in seinem Anmärsche die Kanonade bei EberS-berg hörend, sie aber stillcstehend findend, was nur zu sehr auftüchtigen Widerstand deutete, sendete seinen Adjutanten DuroSnelmit 1000 Reitern voraus, um so schnell wie möglich die Wahl-statt zu erreichen. DuroSnel rückte auf dem rechten Traun-Nser über Weißkirchen vor, und vereinigte sich mit den auf denSchildberg vorgedrungenen Truppen Massena's und setzte sichneben ihnen in Schlachtordnung, um den feindlichen Nachtrabanzugreifen. General Hiller, bei Asten angekommen, übertrugdem dort aufgestellten General Kienmayer mit seinem Corps,verstärkt durch daö Chevaurlegers-Regiment Rosenberg, denferneren Rückzug des Heeres zu schirmen. General DuroSnelrückte mit zwei Reiter-Regimentern und einigen Bataillons, dieOesterreichcr zu verfolgen, von den Hohen deö Schildbergesgegen Asten hin; General Kienmayer schickte ihm das Dragoner-

Das unerschrockene Betrage» eines österreichischen Kanoniers bei die-sem Rückzüge darf nicht mit Stillschweigen Übergängen werden. Durchsein wvhlgerichtetes Feuer hielt er zuerst den Feind am Ennserthore,dann am Ende des Hohlweges und zum drittenmale nahe am Schild-berge auf; er setzte gleichsam für sich allein das Treffen fort, wurdeaber hier verwundet und gefangen; allein schon nach einigen Tagenhatte er sich wieder befreit, mischte sich in Vauernkleidung unter dieArbeiter des Brückenkopfs bei Ebersberg, nahm alle Verschanzungenauf, und entkam glücklich mit seinen Zeichnungen auf das linke Uferder Donau.