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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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238
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ergeben." In der Hitze des Gefechtes bemerkte Carl nicht,daß er von einem Streifschüsse verwundet wurde. Einer ausseinem Gefolge, welcher den Zuruf der französischen Schützen:„Tire? au Oünöral" (schießt auf den Feldherrn) deutlich ge-hört hatte und den Staub an der Achsel, wo die Kugel denErzherzog streifte, wahrnahm, sagte leise zum Prinzen: Mou-«eiAneur, vou8 äte8 KIvsse!" (gnädigster Herr, Sie sind ver-wundet!). n'est pL8 Iv moinent <1o la ckire!" (Dazu istnicht der Augenblick, um dieses zu sagen!) erwiderte ihm Carlstrafend. Dem Prinzen von Oranien wurden in dem Zeit-raum von einigen Minuten zwei Pferde unter dem Leibe er-schossen. Die stürmenden französischen Divisionen wurden zu-rückgeworfen. Oberlieutenant Dittmaier vom Regimente Ar-genteau nahm den Adler des französischen 106. Regiments, und einSoldat der Legion Carls eine Lagcrfahne. Prinz Hohenzollern,der Oudinot eben zurückgeworfen hatte, und dem das Feuerseiner im dritten Treffen stehenden Landwehrbataillone den An-griff in der rechten Seite verrathen hatte, stellte sich neuerdingsan die Spitze deS Regiments Vincent Chevaurlegers, eilte mitihm längs der Linie seines Corps vorbei und hieb aus Mac-donalds Divisionen ein, und während dieselben unter den Sä-belhieben bluteten, richtete der Oberlieutenant Löffler eine halbeBatterie mit Kartätschenschüssen in die Reihen der Flüchtigen.Die geworfene französische Infanterie eilte über den Rußbachzurück. Unerwartet stieß Hohenzollern mit Vincent Chevaur-legers auf die Reiterdivision Sahue, welche endlich über denBach gedrungen war und die Sache herstellen wollte. DerPrinz Hohenzollern hatte, schon früher auf Rückhalt bedacht,vier Schwadronen vom Husarenregimente Hessen-Homburg, diezufällig rückwärts seiner Schlachtlinie hielten, den Befehl ge-schickt, im Galopp heranzusprengen. Beide vereinigten Regi-menter führten nun einen so gelungenen Angriff auf die fran-zösische Reiterei aus, daß diese über den Haufen geworfen undüber den Rußbach verfolgt wurde. Die geschlagenen französi-schen Truppen flohen durch die Ebene — eine Strecke von denOesterreichern in dieselbe hinein verfolgt — in Unordnung, diebis zu solchen sich erstreckte, die sie unterstützen sollten. Glück-licher Weise verhüllte der Mantel der Nacht, der sich über siezog, diese Flucht, und standen Napoleon, sein tapferer Stiefsohnund die Garden in der Nähe; dieß war in allen Gefahren eineunerschütterliche Reserve. Unter diesem Schutze sammelten undformirten sich die Divisionen wieder und nahmen vor dem Ruß-bache ihre Stellungen wieder ein. Auf beiden Seiten war der