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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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291
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Cuirassiere deS Generals Nostiz von der zweiten Hauptcolonnedes Erbprinzen von Hessen-Homburg auf das rechte Ufer derPleiße. Nostiz hatte eben die Pleiße übersetzt, als eine be-deutende französische Colonne, den General Letort mit denGardedragonen und andern Schwadronern voran, auf Gräbernvordrang und den russischen General Lewaschoff mit seinenReitern vor sich her trieb. Nostiz griff mit seinen Cuirassierensogleich die Franzosen an, stürzte sich in sie hinein und schlugdie französischen Escadrons zurück. Auch die französischen In-fanterie-Vierecke, von allen Seiten angegriffen und gedrängt,mußten weichen. Die Division Bianchi rückte über Gräbernnach Markt-Kleeberg und löste dort das Corps von Kleist ab.Die übrigen österreichischen Reserven stellten sich hinter erstge-nanntem Orte u. s. w. auf. Der russische General Rajefskyaber mußte mit mehreren Abtheilungen Grenadiere und Cui-rassiere gegen Goffa, dem Prinzen Eugen von Württembergund dem Fürsten Gotschakow zu Hilfe eilen. Es war hierZeit. Napoleon hatte gesehen, wie der russische General Pahlengezwungen war, mit seiner Reiterei den unbedeckten Raumzwischen den Colonnen dieser beiden letztgenannten russischenGenerale auszufüllen, und daß dadurch diese Reiterei wider-natürlich auf einen rein defensiven Zweck beschränkt und so jederfreien und kühnen Bestimmung, folglich ihrem eigenthümlichenCharakter entfremdet war; hatte daher beschlossen, hier dieLinie zu durchbrechen, und es waren, gleichzeitig mit der obenerwähnten Bewegung auf Gröbern, Murat und Victor vonWachau gegen Goffa vorgerückt. Murat stürzte in wildemSturmritt mit Latour-Maubourg, St. Germain, Caster, Dou-merc ic. und ihren Cuirassieren auf die russischen Schwadronen,die weichen mußten; auch die Division der leichten russischenGarde-Reiterei wurde schnell geworfen, ihr Anführer Schewiczgetödtet; Murat selbst focht mit dem freudigsten Muthe; seineSchwadronen eroberten 26 Kanonen, brachen durch die Schlacht-linie, und Rajefsky, der mit seinen Reserven herbeieilte, fielmitten unter seinen Grenadieren verwundet nieder. In dem-selben Momente erstürmte Victor das Schafhaus von Auen-hayn, und schon waren Murat und Victor im Begriff, in Goffaeinzudringen und zu dem Hügel zu gelangen, wo sich die Mo-narchen von Rußland und Preußen befanden, so daß Napoleoneine Siegesbotschaft nach Leipzig sandte*); aber Schwarzen-berg, schon als Jüngling im Reitergefechte von Chateau-Cambresiö

*) Die österreichische militärische Zeitschrift, Jahrgang 1821, schreibt im7. Hefte, S. 57: „Das Centrum der Hauptarmee war also durch-brochen/' .gs