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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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seyen voraus in den Plan gezogen gewesen*). Man beschäftigtesich hierauf eiligst mit der Wegschaffung des auf 500 Fässer sichbelaufenden Pulvervorrathes; die Truppe selbst aber nahm, zurSicherung dieses Geschäftes, ihre Aufstellung in Castelnuovo undverstärkte sich durch ausgestandene Laudleute der Umgegend. Einsogenannter Hauptmann aber dieser Schaar, ein geborner Schwei-> zer, Riedenberg, sonst in Mailand als Schneider angesessen, gingsogar bis Peschiera vor, um die Festung aufzufordern. AlleinKanonenschüsse aus derselben brachten ihn, nach Verlust von 2Mann, von seinem Vorhaben ab.

Der Posten von Castelnuovo, in welchem die Straße vonPeschiera nach Verona mit derjenigen von Mantua nach Tirolsich kreuzt, ist von zu großer Wichtigkeit, als daß man ihn ohneNoth einer Freischaar überlassen konnte. Radetzky entsendete da-her am 11. den General Wilhelm Fürst Taris mit 1 BataillonPiret, einigen Compagnien Haugwitz, 2 Escadrons und 1 Bat-terie von Verona nach Castelnuovo. Einzelne Insurgenten hat-ten sich bereits an diesem Morgen in Santa Giustiua, Fona undBuffolengo gezeigt. Fürst Taris traf Mittags bei der Osteriedel Bosco, eine kleine Stunde dießseits Castelnuovo, einen feind-lichen Haufen, und warf denselben durch seine Plänkler nach Ca-stelnuovo zurück. Der letztere Ort war verrammelt, ebenso dieeinzelnen, von den Aufständischen besetzten Häuser. Die ersteBarrikade erstürmten die italienischen Soldaten vom RegimenteHaugwitz, während die Steyrer vom Regimeute Piret einen An-griff auf die Fronte machten und 2 Umgehungscolonnen auf dieFlanken des Ortes warfen. Das k. k. Geschütz setzte einigeHäuser und den Kirchthurm, aus welchem ein bejahrter Geistli-cher, indem er zugleich die Glocke trat, lebhaft feuerte, in Brand.Nichts hielt das Ungestüm der österreichischen Truppen auf; eineBarricade um die andere, ein verrammeltes Haus um das anderewurde erstürmt, und die Vertheidiger, nach Wegnahme der Kirche, inwilver Flucht nach Lazise geworfen. Die einbrechende Nacht hob

*) Bei diesem Anlasse geschah es, daß 3 italienische Soldaten des Regi-ments Erzherzog Albrecht von einem Landmanne den Freischärlcrn in dieHände geführt wurden und von diesen zum Uebertritt vermocht werdensollten. Allein sie wußten wieder zu entkommen, und suchten wieder diek. k. Fahne auf, der sie zugeschworen hatten. F.-M.-L. Fürst CarlSchwarzenberg, der ihnen begegnete, unterhielt sich mit diesen bravenLeuten, belobte sie und wollte sie reichlich beschenken. Da antworteteihm Johann Locati, indem er das Goldstück ablehnte: „Geben Sie mirIhre Hand, die ziehe ich allem Gold der Erde vor. Dem Kaiser habeich den Eid geschworen, und werde darin jeder Zeit zu verharren wissen."F.-M. Radetzky machte diesen schönen Zug durch eine» besondern Tags-befehl der ganzen Armee bekannt.