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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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396
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tiroler Jägern. Ersteren folgten 12 Geschütze, welche, in vortheil-hafter Stellung aufgefahren, während 3 Stunden das Dorf be-schossen. Die Infanterie, bestehend aus der Brigade Piemont,aus den Freiwilligen von Piacenza und den Studenten von Paviaund Turin, formirte sich in Colonnen zum Angriff, während zuihrer Rechten die Brigade Coni der Division des Herzogs vonSavoyen anfmarschirte und die Gardebrigade bei Santa Gkustinaim Rückhalte sich aufstellte. Die Reiterei, für welche das Terrainwenig geeignet war, blieb ebenfalls in Reserve aufgestellt. F.-M.Radetzky war die seinem rechten Flügel drohende Gefahr nichtentgangen. Er kam in Person aus Verona geritten; auf derLinie von Paffolengo gegen Santa Lncia standen die BrigadenTaris, Rath, Schaafgotsche und Liechtenstein in Bereitschaft; derFeldmarschall näherte sich mit seinem Gefolge der feindlichenStellung, sie zu besichtigen. An den Abhängen von Santa Giu-stina nnv bei Sommacampagna war piemontesisches Geschütz auf-gefahren, welches die weite Fläche, über welche die Oestcrreicherheranziehen mußten, wirksam bestreichen konnte; die Höhen selbstschienen vom Feinde entblößt zu seyn; als man jedoch eine Co-lonne gegen Sommacampagna vorschreiten ließ und die dortigeBatterie ihr Feuer eröffnete, eilte der piemontesische General Som-mariva, ein in der Nähe befindliches Regiment von der BrigadeAosta heranzubringen. Viele glaubten im österreichischen Heere,man werde sogleich losstürmen, allein der Feldmarschall kamzurück geritten und befahl, daß die Truppen wieder ihr Quartierbeziehen sollten. Radetzky mag nicht nur das, was hinter denHöhen von Sommacampagna, sondern auch was hinter denBergen bei Grenoble stand, die unter der Benennung einer Alpen-armee sich zusammenziehenden französischen Bataillone, in Berech-nung gezogen habe»; er wollte keine Schlacht. — Als der linkeFlügel der Piemontesen ebenfalls bei Pastrengo in's Gefecht kam,war die Ueberzahl zu groß; und es war 3 Uhr Nachmittags,als F.-M.-L Wocher die Ueberzeugung gewann, daß einelängere Behauptung seines PostenS eine nutzlose Aufopfe-rung seiner braven Mannschaft zur Folge haben mußte. Erbefahl daher den Rückzug, und trat ihn, vom Oberst Zobelmit 6 Compagnien Kaiserjäger und 2 Geschützen in derFlanke gedeckt, in bester Ordnung aus Ponton an, wo erüber die Etsch ging und die Brücke abbrach. — Carl Albert be-fand sich persönlich bei dem General Feden'ci, als die Oesterreichsden Rückzug antraten. Sogleich ritt er mit einem Gefolge vonnahe an 200 Pferden gegen das Dorf Pastrengo, als ihn auseinem Verstecke von Bäumen und Weinreben aus eine Entfernung