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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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397
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von 300 Schritten eine Salve empfing, welche einen Theil derBegleitung sogleich zum Umwenden brachte. Der König hieltruhig an, zog den Degen und ließ die nächsten Truppen, 1 Com-pagnie der Brigade Coni und 1 Bataillon von Piemont, ausjenen Punkt losgeheu. Diese vertrieben auch den Feind, mag eseine unabsichtlich zurückgelassene Truppe oder eine Nachhut ge-wesen seyn. — Nachdem Pastrengo verloren war, ließ sich Busso-lengo nicht länger behaupten. In der Nacht gingen die Oester-reicher auch hier über den Fluß zurück. — Die österreichische DivisionWocher hatte Einbuß gehabt. Besonders hatte das brave steyer-märkische Regiment Pieret gelitten, welches viele Todte und Ver-wundete hatte. Unter den Verwundeten befand sich, nebst andernOffizieren, der Oberst Graf Pergen vom Regimente Hciugwitz,der übrigens bald wieder eintreten konnte. Etwas geringer warder Verlust der Piemontesen — 4—500 Mann —; unter den3 getödteten Offizieren bedauerte man besonders den, in seinerVaterstadt Brescia sehr beliebten Marchese Bevilacqua, welcherTagS zuvor als Lieutenant eingetreten war

Als der Kanonendonner von den Höhen bei Pastrengo her-überschallte, verfügte F.-M.-L. Rath einen Ausfall aus Peschiera.Von den Wällen der Festung und den beiden Forts eröffnete erum die Mittagsstunde des 30. April ein lebhaftes Geschützfeuer.Zwei Compagnien Croaten gingen rasch aus der Straße vonBrescia gegen die Osteria del Kapa vor, vielleicht um in dernahen Cascina Ricchione, wo der Stab des Blvkadecorps wohnte,Lebensmittel zu suchen. Nach einem kurzen Gefechte mit derAbtheilung Jäger von Pignerol zogen sich die Ottochaner miteinem leichten Verlust von ein paar Mann nach der Festungzurück. Auf der Ostseite des Platzes belästigte das Feuer desForts Mandella das piemontesische Lager, worauf auch die Pie-moutesen auf einer Anhöhe bei Cavalcaselle eine Batterie auf-führten und das Fort kanonirten. Nach 2 Stunden war dieganze Affaire vorbei.

Uebrigens war man im piemontestschen Lager der Anficht,daß das Gefecht von Pastrengo den Fall des ganz abgeschnittenenPeschiera beschleunigen müsse. Auch Mantua sollte fallen. DerGenerallieutenant d'Arco-Ferrari umschloß diesen Platz seit dem21. April. Seine modenesischen und mantuanischen Freiwilligensetzten sich in Castel Caro und Castcl Belforte fest, und unter-brachen die Verbindung zwischen Mantua und Legnago; Gover-nolo, wo die Hauptmacht lagerte, wurde verschanzt und solltenoch durch Ueberschwemmungen geschützt werden. Um die Ver-bindung zwischen Mantua und Legnago wieder zu eröffnen, machte