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Radetzky, der ihn von Verona aus mit etwas schwerem Geschützverstärkt hatte, zu einem Contremarsch gegen Vicenza, um es zunehmen. Thurn kehrte am 23. gegen Vicenza zurück. An diesemTage, Abends 8 Uhr, zeigte der Generalmarsch in Vicenza dieunerwartete Ankunft der Oesterreichs an. Das erste Bataillondes zweiten Schweizerregiments in päbstlichen Diensten, nebst8 Geschützen, besetzte einen Vorsprung des Monte Berico, dieübrigen Truppen vertheidigten die Stadt, wo Oberst Beluzzi,ein tüchtiger Ofstcier, nun Commandant war. Auch Thurn trafseine Anstalten, und um 12 Uhr Nachts begann er ein zweistün-diges Bombardement auf die Stadt. Die Nacht war regnerischund finster. Da das Bombardement keine Wirkung zeigte, sowurde am frühen Morgen des 24. das Feuer auf das Neue er-öffnet. Die illyrisch-banater Grenzer erstürmten eine Barricade,die Grenadiere des ersten Schweizerregiments vertrieben jene wieder,geriethen jedoch bei der Verfolgung in ein Kartätschenfeuer undwurden ihrer Seits zurückgeworfen. Der vom Regen aufgeweichteBoden machte das Vorgehen der k. k. Zwölfpfnnverkanonen ganzunmöglich und die Beschießung der massiven Gebäude blieb daherohne bedeutende Folgen, da auch die Löschanstalten in der Stadt gutangeordnet waren. Um 11 Uhr Vormittags gab daher F.-M.-L.Thurn den weiteren Angriff auf und trat ungestört den Abmarschnach Verona über Brendola an. Das Motiv zu diesem Unter-nehmen war, um zu versuchen, durch Wegnahme von Vicenzasich die reichen Resourcen der rückwärtigen venetianischen Pro-vinzen für die Heerverpflegung zu eröffnen. Von der italienischenSeite hat man der verfehlten Unternehmung eine größere Wich-tigkeit beigelegt, als sie verdiente.
Nachdem sich das Corps von Thurn am 25. Mai mit derk. k. Armee bei Verona vereinigt hatte, hielt sich F.-M. Radetzkyfür stark genug, sich durch eine Bewegung aus seiner beengtenLage, allein aus die nächste Umgebung von Verona und auf diesehr unergiebige Verbindungslinie mit Tirol beschränkt, zu be-freien. Wenn er dieß durch eine sehr kühne offensive Bewegungversuchte, und nicht zunächst erst dadurch, daß er seinen Rückenvom Feinde frei machte, so gibt dafür die officielle Darstellungfolgende Gründe.
Die Verschanzungen, welche der Feind (Carl Albert) wäh-rend einem beinahe sechSwöchentlichen ungestörten Besitze desHöhenzuges zwischen dem Mincio, der Etsch und dem Gardaseein der Fronte und seit der Affaire bei Pastrengo auch in derlinken Flanke seiner Armee erbaut hatte, ferner, die in keinerRücksicht damals vollständig zu sichernde Verpflegung der Armee