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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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von der Seite von Tirol, sowie die tactischen Hindernisse, welcheselbe bis zu ihrem Aufmarsche auf dem Plateau von Rivoli undvon da weiter gefunden haben würde, bewogen F.-M. Radetzkyzu einem Marsche mit der Armee an den untern Mincio undüber Mautua in des Feindes rechte Flanke.

ES handelte sich nämlich vor allem darum, erstens die vonLebensmitteln entblößte Umgegend von Verona zu verlassen, unddie Armee dagegen auf die noch nicht so stark mitgenommeneStraße von Montagnana über Legnago nach Mautua zu versetzen,um dadurch ihre Verpflegung wenigstens auf einige Zeit wiederzu sichern.

Zweitens: so lauge der Feind noch unbeweglich aus denHohen von Sona und S. Giustina — den Oesterreichern gegen-über — vor Verona stand, das verschanzte Lager der letzterennoch im Bau begriffen, somit unvollendet war, war überhauptkeine Operation der k. k. Armee ohne Gefährdung von Veronadenkbar. Der Feind mußte also um jeden Preis von diesem Platzewegmanövrirt werden, und hierzu war eine weit ausgehende, ihmum seine Flanke und seinen Rücken Besorgnisse einflößende Be-wegung nöthig, weil eine nähere, auf seine Front oder in seinelinke Flanke gerichtete, bei welcher er stets die kürzeren Linien derBewegungen für sich erhielt, um den Oesterreichern überall mitvereinten Kräften zuvor kommen zu können, diesen in Radetzky'sLage nothwendig gewordenen Hauptzweck nie erfüllt haben würde.

Es war somit diese Bewegung der k. k. Armee nach vor-wärts nicht, wie man allgemein glaubte, blos auf einen Offen-sivzweck, sie war auch ebenso auf jeden Defensivzweck berechnet undwohlbegründet, wenn Radetzky bei näherem gewonnenen Contactmit dem Feinde — bei näherer Besichtigung desselben oder beiüber selben eingezogenen Erkundigungen, deren man in diesemrevolutionären Lande beinahe ganz entbehrte — ein fernerer Offen-sivzweck nicht erreichbar, somit ein weiteres Vorgehen, gemäß seinerStärke, nicht mehr Vortheilhast schiene*).

Abziehen der piemontesischen Armee von Verona also warder eine — Umgehung aller ihrer Verschanzungen in der Liniedes Mincio mittels Durchbrechung der ersteren an ihrem äußerstenrechten Flügel und dem schwächsten Puncte derselben war der

*) Diejenige», welche diese doppelte Betrachtung übersehen würden, kennenden Krieg und besonders jenen in aufgeregten revolutionären Ländernnicht, und lassen sich daher oft zu oberflächlichen Urtheilen hinreißen. JedeBewegung muß hier auf der Sicherheit mannigfaltiger Zwecke beruhen. —Denn man ist nie gewiß, nur einen einzigen — nur den Vortheilhaftestenzu erreichen.

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