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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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gerissen, die Thore und sonst günstige Punkte in der Stadt befesti-get; jedes Haus so zu sagen ward zu einer Festung gemacht.Die Befestigungen auf den Monti Bcrici wurden angeordnet. DieAnhöhen, welche Vicenza auf einer Seite umschließen, erhebensich aus den herrlichen Fluren der Vicentinischen Ebene, undbilden eine malerische Gruppe von Hügeln und leichten Bergen.Ihre Ausdehnung von ihrem nördlichen Fuß, an welchem Vicenzaliegt, bis zu dem Fuße nach Süden beträgt ungefähr L'/z Stun-den; von Ost nach West etwa l'/z Stunden. Die untern Ab-hänge sind gnt angebaut, und auf den Höhen sieht man kleineDörfer, Höfe und Casinen, zu welchen schmale, enge und steileFahrwege führen, die das ohnehin schon durch Schluchten zer-schnittene Terrain noch schwieriger machen. Auf diesen MontiBerici wurden alle Vorsprünge, welche die Ebene beherrschen,mit festen, soliden Werken und mit Batterien vom schwerstenKaliber versehen. Die Batterien lagen etagenförmig über einan-der und unterstützten das Kloster und die Kirche Madonna delMonte, welches äußerst massiv erbaut zu einer kleinen Festungumgeschaffen war. Seitwärts dieses Klosters, wo sich die Bergeetwas höher erheben, fingen die Verschanzungen wieder an, understreckten sich bis zu dem höchsten Gipfel, wo auf einer kegelför-migen, einzeln stehenden Spitze „zur schönen Aussicht" ein sehrfestes Blockhaus aufgeführt ward, welches in der Verlängerungdes einzigen, breiten Weges, der über diese Höhen führt, so ge-stellt wurde, baß man denselben vom Blockhaus aus sehr wirksammit Kartätschen bestreichen konnte. Alle diese Verschanzungenwurden aus allem möglichen Materiale gebaut, wurden außer-ordentlich fest und umfangreich, und waren eine wahre Muster-karte von Batterien. Neben Schanzen von Faschinen und Erdewar an einem steilen Abhang eine Sandsackbatterie erbaut, welcheden untern Theil des eben erwähnten Weges Verderben drohendbeherrschte. Zudem sind die Bergwände, welche die Oesterreicherzu erstürmen hatten, mit Steingerölle bedeckt, zerklüftet und mitniederm Strauchwerk versehen, das wenig Deckung gegen die feind-lichen Kugeln bietet und nur das Vordringen erschwert. Der Generalhätte gewünscht, aus Vicenza ein Saragossa machen zu können.Ueberall forderte er Geschütze, Pulver, Blei, Kugeln, von Vene-dig, Rom, von andern Städten. Immer von Neuem schickte erOfficiere nach allen Richtungen, um diese Gegenstände herbeizu-schaffen. Milizen wurden zusammengezogen, die Truppen geübt,an Ordnung und Gehorsam gewöhnt, Carl Albert von allem,was geschah und vorfiel, in Kenntniß gehalten, Kundschafterüberall hin ausgeschickt.

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