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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Feind sie nicht übersehen konnte. Eine Abtheilung Schützen mitKammerbüchsen hielt dessen Tirailleurs stets entfernt.

Um 10 Uhr setzten sich nun alle Abtheilungen der k. k.Armee nach der Disposition in Bewegung, und eröffneten nachund nach ihr Feuer H. Radetzky's Anordnungen waren auf mög-liche Schonung der Truppen berechnet, daher sollte seine Artilleriehauptsächlich die Bezwingung des Feindes erwirken. Er selbstverfügte sich persönlich auf einen Hügel in der Nähe des MonteBerico, um den Kampf zu leiten.

Die Geschütze des General Culoz griffen, gegen 2 Uhr Nach-mittags, die in guten Verschanzungen stehende Artillerie des Fein-des auf dem Monte Berico an. Im Thäte war die BrigadeClam bis auf Kanonenschußweite gegen die Villa rotonda vorge-drungen, und hatte bis gegen 3 Uhr das feindliche Feuer hierzum Schweigen gebracht. So konnte zu dieser Zeit fast gleich-zeitig der Sturm auf die Verschanzungen des Monte Berico obenund auf die Villa rotonda unten angeordnet werden. ObristReischach führte 4 Compagnien seines Regimentes Prohasca selbstzum Sturm auf Villa rotonda heran, die von 3 CompagnienGradiöcauern unterstützt wurden. Reischach und zwei Cavallerie-osficiere, Rittmeister Graf Jngenheim von Radetzky-Husaren undLieutenant Jenna von Windischgrätz-Chcvaurlegers, welche, un-muthig darüber, daß ihre Waffe nicht mitwirken konnte, sich hierzu Fuß an die Spitze deö stürmenden Fußvolkes gestellt hatten,wurden zwar verwundet, allein die Truppen nahmen die Villarotonda, und gewannen durch das gleichzeitige Vorgehen derBrigade Wohlgemulh auf dem linken User des Bacchiglione im-mer mehr Terrain, und erreichten die ersten Häuser der PortaLupia.

Auf dem Monte Berico schritte» die Schweizer, wohl ge-täuscht über die Stärke des Generals Culoz, gegen 3 Uhr selbstzum Angriff; sie rückten gegen den Monte de Bella Vista mitvieler Kühnheit vor. Culoz hatte hier seine Artillerie verdecktgehalten; nun ließ er seine Kartätschen springen; in nächster Näheplötzlich und heftig beschossen, stürzte den Schweizern das zehnteJägerbataillon unter Oberst Kopal entgegen, warf die Schweizer,drang den Weichenden nach, erstürmte die steile Höhe und die,vom Feinde unangreifbar geschilderten Verschanzungen des MonteBerico. Hauptmann Jablonsky und Oberlieutenant Lämmerwaren die ersten in der Schanze. Die k. k. JnfanterkeregimenterLatour und Reißinger folgten der Bewegung der Jäger, drängten

*) Radetzky hielt den linken Flügel so lange zurück, bis die mit einer großenLinksschwenkung verbundene Vorrückung des rechten Flügels vollzogenwar, und der letztere auf allen Punkten im Gefechte stand.