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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Stwrtnik, auf offenem Felde, ohne alle künstliche Deckung gegenden feindlichen geraden Schuß, nur auf 500 Schritte von derfeindlichen Linie aufgestellt, und warf noch im Laufe des Tages90 Bomben in die Stadt. Bei dem Angriffe der Oesterreicherauf die Paduanische Vorstadt wurde der Oberst Kavanagh vomk. k. Infanterieregimente Erzherzog Franz Carl gelobtet. Ihmgegenüber fiel Oberst Grande von der römischen Legion. Beidem Sturme des Seminars in der Vorstadt Santa Lncia fandder k. k. General Fürst Wilhelm Taris sein frühes Lebensende.Der Feldmarschall hatte schon vor Beginn des Gefechtes besohlen,die Truppen nicht in ein mörderisches Straßengefecht zu verwickeln,er wollte den Feind vorzüglich durch die Wirkung seiner Artillerieund dadurch zwingen, daß er ihm alle seine Verbindungen nahm.Das Letzte war geschehen, die Artillerie war in voller Wirkungund würde am folgenden Tage erst vollständig gewirkt haben.

Nach dem Verluste des Monte Berico fühlte der Feind wohl,daß er keine Hoffnung mehr habe, einen erfolgreichen Widerstandzu leisten, er muß in grenzenloser Verwirrung gewesen seyn.Plötzlich von einer großen Uebermacht erdrückt fühlte er sich na-türlich entmnthigt. Er konnte nicht wissen, wie das alles sogekommen, er mußte eine Niederlage des Königs Carl Albertvoraussetzen. Schon am Abende sah man weiße Fahnen anThürmen und Barricaden wehen. Letztere wurden von denSchweizern sogleich wieder heruntergerissen; auch die weißen Fah-nen an den Thürmen verschwanden und die frühern rothen tratenwieder an ihre Stelle, kurz vorher, als die Nacht dem Gefechteein Ende machte,

Der Tag kostete der österreichischen Armee den GeneralTaris, die Obersten Kavagnagh und Kopal, der am Arme ver-wundet worden war und in Folge der Amputation des Armesstarb, 150 Todte und 500 Verwundete. — Der Verlust derItaliener war stärker. Denn die Schweizer allein zählten anTodten und Verwundeten 14 Offieiere und 600 Mann.

Der F.-M. Radetzky hatte sich in sein Hauptquartier Lon-gara zurückbegeben, fest entschlossen, den Kampf am folgendenMorgen zu erneuern und um jeden Preis sich in den Besitz derStadt zu setzen, als um Mitternacht bei den Vorposten des zwei-ten k. k. Corps Parlamentäre erschienen, welche im Namen desGenerals Durando wegen Uebergabe der Stadt zu unterhandelnbegehrten. In der Nacht noch wurde zu Ca Balln, nächst Vi-cenza, eine Uebereinknnft zwischen dem F.-M -L. Heß, für F.-M.Radetzky, und Oberstlieutenant C. Albini, für Durando, geschlos-sen und um 6 Uhr Morgens am 11. Juni unterzogen. Vermögederselben entfernten sich die päbstlichen Truppen in der Mittags-