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stunde aus Vicenza und gingen auf dem kürzesten Wege nach Estennd von da über Rovigo jenseits des Po zurück. — Sie hattensich verpflichtet, drei Monate nicht gegen Oesterreich zu dienen.In Betreff der Einwohner der Stadt und Provinz gab Radetzkydas Versprechen, sie in Beziehung auf das Vorgefallene nachden wohlwollenden Grundsätzen seiner Regierung zu behandeln.
Das Defiliren der abziehenden italienischen Besatzung vonVicenza soll, namentlich was die Freischaaren anbelangt, ein ganzergötzlicher Anblick gewesen seyn. Der F.-M. Radetzky hatte sichmit seinem Generalstabe vor das Thor gegen Verona aufgestellt,und ließ die feindlichen Truppen bei sich vorüberziehen. Zuerstkamen vie Schweizer, sodann die Artillerie, ihnen folgte die regu-läre Infanterie, dann die Nationalgardisten, Kreuzfahrer und Frei-schaaren, und, da das Schönste immer zuletzt, so machte den Be-schluß ein Corps Amazonen — znm Theil sehr hübsche Mädchen —mit Schwertern umgürtet, und Blicke auf die österreichischen Trup-pen werfend, als wollten sie den siegreichen Feind damit vernick-ten. Als dieses Corps der Rache vorbeimarschirte, lächelte deralte Marschall und eine große Heiterkeit bemächtigte sich derganzen Umgebung.
So war das schwere Werk schnell und glücklich vollbracht.Radetzky zog in Vicenza ein. „Die Oesterreicher," schreibt einschweizer Offizier, „behandelten unsere Verwundeten nicht wieFeinde, sondern wie Brüder," und gemeine Soldaten haben nachihrer Rückkehr in die Heimath zu erzählen gewußt, „wie der alteFeldmarschall in Person die Spitäler besucht und sie freundlichgetröstet habe."
Am 11. Juni, noch am Abende, trat die Quadivision Culozden Rückmarsch nach Verona an, um diesen wichtigen Ort, denCentralpunkt ihrer Bewegungen, vor jeder möglichen Unterneh-mung des Feindes sicher zu stellen. Die Abtheilung Culoz trafschon in der Nacht vom 12. zum 13. dort wieder ein. Am 12.früh folgte das erste Corps und erreichte die Stadt am 13. Mit-tags. Das zweite Corps blieb vorläufig bei Vicenza und ent-sendete am 12. die Brigade Simbschen nach Schis. Sie ent-waffnete den Ort und ging, um die Verbindung mit Tirol durchdie Val Arsa ganz herzustellen, bis Roveredv, wo sie schon den15. eintraf und sich dort mit den in Südtirol stehenden öster-reichischen Truppen, welche nun die Benennung: drittes Corpsführten und den F.-M.-L. Thurn znm Befehlshaber erhaltenhatten. Der Feldmarschall Radetzky selbst war für seine Personschon am 12. Abends wieder in Verona.
Das erste Corps kochte eben am 13. ab. Die AbtheilungCuloz schlief am Tage, um sich von den Anstrengungen des Ge-