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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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454
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Cerese. Von Cerese bis zum Landgute la Parma übernahm am14. die Einschließung die, vom Oglio herangerückte Division Pe-ronne. Bei ihrer Annäherung wurde sie aus dem Fort beschos-sen, und eine Granate platzte in einer mailänder Studentencom-pagnie, wobei 3 junge Leute getödtet, 5 verwundet wurden. Dielombardische Division erschien jetzt zuerst im Felde, mit der pie-montesischen Armee fest vereinigt gegen die größte Schutzwehr derfremden Herrschaft, wie sich das Bulletin ausdrückt. Die Ein-schließung aus dem rechten Ufer des Minciv blieb jedoch unvoll-endet, so lange sie sich nicht bis an den Rand des Flusses nachla Virgiliana ausdehnte. Da jedoch General Peronne seinenjungen Soldaten diesen vereinzelten und ausgesetzten Posten nichtzu übergeben traute, so wurden ihm die Brigade Casale unddas Bataillon Freijäger überlassen, sie mit seinen Truppen imDienste zu mischen und die Virgiliana mit diesen Bataillons be-setzen zu lassen. Auch wurden die Blokadearbeiten sogleich be-gonnen, die aber aus Mangel an Arbeitszengen sich verzögerten.

Die Divisionen Genua, Arvillars und Savoyen bildetentheils die Einschließung der Festung auf dem linken User vor derCitadelle unter S. Giorgio, theils wurden sie so vertheilt, daß sievon dieser Seite sich einem Entsatz entgegenwerfen könnten. DieDivision Genua, von Monzambano gekommen, stand bei Mezze-cane; die Division Savoyen bei Castel Belsorte, mit Vorpostenin Castellaro; der Rest der Armee in der Nahe von Marmirola.Carl Albert hatte sein Hauptquartier in Marmirola

Diese Aufstellungen waren vollzogen, als die Nachricht impiemontesischen Heerlager einlief, der Feind habe mit einem star-ken Corps den untern Po in der Gegend von Ferrara überschrit-ten, bedrohe die Herzogthümer, die Verbindungen, rc. Es hatteaber mit dieser Bewegung folgendes Bewandniß.

Ehe noch Carl Albert ernsthafte Anstalten zu machen schien,Mantua zu belagern, waren drei Brigaden vom zweiten Reserve-corps bereit gehalten, zur Armee zu stoßen; es war nur dieFrage, wie sie am zweckmäßigsten zu verwenden wären. Eswurde beschlossen, sie zur Verstärkung von Mantua abzuschicken,gleich in der Absicht, sie bei der nächstens wieder zu ergreifendenOffensive aus die eine oder die andere Art mitwirken zu lassen.Schon dazu entschlossen, Carl Alberts Linie, Verona gegenüber,zu durchbrechen, sollten jene Brigaden mit der Garnison vonMantua einige Zeit vorher gegen den Curtatone vorbrechen, undso einen Theil der feindlichen Kräfte festhalten oder dort hin-ziehen. Zuvor wollte man einen Versuch machen, die, vom Feindeschon lange eingeschlossene Citadelle von Ferrara zu entsetzen, mit