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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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455
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neuer Garnison und mit Lebensmitteln zu versorgen. Dazu schienaber die eine Brigade vollkommen auszureichen, und es erhieltenalso die andern beiden den Befehl, geraden Wegs über Legnagonach Mantua zu gehen, wo sie denn auch unbehindert schon am15. Juli eintrafen.

Fürst Franz Liechtenstein ging mit seiner zu jener Unterneh-mung bestimmten Brigade über Rovigo, setzte in der Nacht vom12. zum 13. auf vorgefundenen Schiffen oder auf hergestelltenFähren in 3 Colonnen bei Occhiobello, Polesella und Ficarvlloüber den Po, verjagte einige feindliche Posten aus Ponte lagoscuro und Francolino, und rückte, ohne weitere Kenntniß von ei-nem durch 2 römische Officicre überbrachten Schreiben des Pro-legaten Lovatelli aus Ferrara zu nehmen, unter dem Jubelrufeder heldenmüthigen k. k. Besatzung unter dem tapfern OberstenKhuen auf das Glacis der Citadelle von Ferrara, ließ daselbstdie Truppen mit fliegenden Fahnen und klingendem Spiele defili-ren, und hierauf die Volkshymne spielen, dann aber zum Gebeteschlagen und das Lager beziehen. Die Garnison in der StadtFerrara, 7 — 800 Piemontesen, 2 päpstliche Bataillons, 400päpstliche Carabiniers, 2 Compagnien Schweizer, nebst einigenGeschützen, war wohl einen Augenblick zum Widerstand entschlos-sen, verlief sich jedoch größtentheils, als die Oesterreichs nahten.Nur die Schweizer, die Carabiniers und einige päpstliche Infan-terie blieben zurück. Liechtenstein sorgte für die Besatzung derCitadelle, schloß eine Convention mit dem Prolegaten und derStadt, die Garnison der Citadelle mit Lebensmitteln aus 2 Mo-nate zu versehen und die Kranken zu pflegen, hielt sich nichtlänger auf als nöthig war, und marschirte noch am 15. vonFerrara gegen Mantua ab, nachdem er die in seine Hände ge-fallenen Fähren, Fahrzeuge, rc. in Sicherheit gebracht hatte.Seine Bewegung auf Mantua sollte aber zugleich dazu dienen,die Unternehmung der Garnison genannter Festung gegen dieCurtatonelinie durch eine Umgehung zu unterstützen, und zu demEnde ein Theil der Brigade über Legnago und Nogara, der an-dere aber längs des Po über Massa und Ostiglia marschiren.Beide Colonnen sollten sich dann bei Governolo vereinigen, vonda aus über Bagnolo und Zaita die Blokadelinie vor Mantuaumgehen und im Rücken nehmen, und den Feind bis über denOsone zurückwerfen. Zugleich mit dieser Bewegung sollte natür-lich ein Ausfall aus der Festung den Feind von vorne anfallen.Fürst Franz Liechtenstein selbst war noch am 16. auf einem seinervortrefflichen englischen Pferde einen Tag früher nach Mantuageeilt, dort mit dem Gouverneur die nöthige Rücksprache für das